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Rezension Blueseventy pz3TX

Der pz3TX von Blueseventy ist ein neoprenfreier Schwimmanzug, d.h. er ist durch die kurzen
Beine und die freiliegenden Schultern, aber vor allem weil er ein reiner Textilanzug ist
regelkonform bei allen Rennen mit Neoverbot! –wie z.B. die Ironmanrennen in wärmeren
Gefilden wie z.B. Cozumel oder Hawaii!
Er wird über dem normalen Triathloneinteiler getragen, also in T1 ausgezogen –eben wie ein
Neo.
Zu mir: leistungsorientierter Langdistanztriathlet,
guter Schwimmer (Freiwasser 3,8km < 55min) neutrale Wasserlage, armbetonter Schwimmstil 188cm groß Gewicht ca. 78kg Pz3TX Größe ML. Mein erster Eindruck bei der Anprobe: bei mir sehr gute Passform, sehr straff und eine hohe Materialfestigkeit und somit einen spürbaren „Kompressionseffekt“ nahezu etwas beklemmend. Alle Nähte sind verschweißt, das Rückenteil ist –auch dem Einsatz im Warmen zugedacht- weiß, gegen ein zusätzliches aufheizen beim Schwimmen. Im Vergleich zu meinem bewährten pz3 fühlt er sich trotz des fehlenden Neoprenanteils irgendwie straffer an (bei gleicher Größe). Der erste Praxistest erfolgt in der heimischen Schwimmhalle und verlief absolut positiv! Ich bin an sich ein guter Schwimmer mit neutraler Wasserlage (der Neo meiner Wahl ist ein Orca Alpha). Trotzdem fühlte sich die Wasserlage schon irgendwie „schneller“ an, man liegt nicht so tief im Wasser.. Das Gleitgefühl ist sensationell und man sieht das Wasser wirklich abperlen. Selbst mitgestoppt waren die hunderter knappe 2 Sekunden schneller und ich sparte pro 50m Bahn 2-3 Züge (der kühle Rechner weiß schnell, das bedeutet bei einer Langdistanz 76 Sekunden eher in T1 und Kalorien für 152-228 Armzüge gespart!) –wie viel Effekt hier rein psychologisch und wie viel wirklich objektiv auf den Anzug zurück zuführen sind.., wer weiß ABER sich schon allein schneller zu fühlen im Rennen ist ja eine gute mentale Basis für die beiden folgenden Disziplinen! Also meine Fazit –absolut empfehlenswert!

Produktreviews | 26. Juli 2011


Sensomotorische Laufschuheinlagen

http://www.sensomotorik-zentrum.de/
seit 1994
Triathlet
seit Dezember 2009
mit Sensomotorikeinlagen
Laufstil/-typ:
neutraler, „vorderer Mittelfußläufer“
Pathologien:
Senk-Spreizfuß mit Metatarsalgie, Achillodynie
Trainingsumfang:
je nach Saisonphase 12 – 34 Wochenstunden (30-120 Laufkilometer/Woche)
In der Saison 2009 zum Saisonende stellten sich die ersten leistungssportbedingten „Schäden“ ein: ich hatte beim Laufen Schmerzen in der rechten Achillessehen und immer häufiger (teilweise auch bei längeren Radeinheiten) Schmerzen im rechten Mittelfuss.
Ich entschloss den geplanten Berlinmarathon nicht zu laufen und machte stattdessen eine verlängerte (Lauf-) Saisonpause. Ich unternahm verschiedenste Therapieversuche–in der Hoffnung beschwerdefrei wieder einsteigen zu können… ABER die beiden Plagegeister gaben trotz NSAR-Stoßtherapie, Aniflazym, Voltarenphonophorese, Ultraschall, detonisierender Physiotherapie, isometrischer Kontraktionsübungen und Reizstrom keine Ruhe: ich litt weiter in wechselnder Intensität unter meiner Metatarsalgie und vor allem der Achillodynie.
Ich lief bis dahin ohne Einlagen (trotz des Wissens über meinen mäßigen Spreizfuß). Ich begann nach weiteren Alternativen zu suchen und machte mir Gedanken über eine erneute Einlagenversorgung –als Kind hatte ich jahrelang konventionelle (statische) orthopädische Einlagen –allerdings waren diese immer nur sehr bedingt sport- und sportschuhtauglich. Im Rahmen der Wettkampfmesse beim ITT Ferropolis fiel mir der Stand des Sensomotorikzentrums Berlin auf.
Ich beschäftigte mich zunächst etwas mit dem Konzept der sensomotorischen Einlagen und entschied mich dann diese auszuprobieren. Ich vereinbarte einen Termin in Berlin. Nach einem eingehenden Gespräch, wurde der körperliche Status routiniert und professionell erhoben. Es folgten statische und dynamische Fußdruckmessungen, ein Fußabdruck, sowie eine Gang- und Laufvideoanalyse. Nach ca. 14 Tagen waren meine Einlagen fertig. Die Passung der Einlagen war sehr gut, sie hatten ein sporttaugliches Gewicht und auch die erste Anprobe vermittelte einen guten Fersenkappensitz –hier hatte ich mit konventionellen Einlagen früher häufig ein „Schlapp-Gefühl“.
Ich war sehr gespannt auf meinen ersten Trainingslauf: es sollte ein 10km GA1 Lauf sein, die ersten Meter waren ungewohnt, vor allem der vordere „Powerspot“ im Bereich der lateralen Zehen und die retrokapitale Pelotte vermittelten mir den Eindruck „mit den Foltergeräten hälst Du keine 1000 Meter durch“ –doch es kam anders!
Nach und nach wich der Eindruck „etwas im Schuh zu haben“ dem Gefühl heute irgendwie aufrechter zu laufen und einen kräftigeren Abdruck zu haben. Am Ende blieb ein gemischter Eindruck –erstmal abwarten.. Der Folgetag brachte ordentlichen Muskelkater in beiden Waden mit sich.
Ich lief nun jede Trainingseinheit mit den neuen Einlagen –das aufrechte Gefühl blieb, der Muskelkater und auch die Metatarsalgie verschwanden vollständig. Was zunächst noch blieb war die schmerzende Achillessehne –allerdings wurden die Beschwerden weniger und stellten sich meist nur noch nach längeren Läufen und unzureichendem Dehnen ein. Nach ca. 3 Wochen entschied ich mich meinen DS Trainer gegen einen Schuh mit geringerer Sohlenbreite im Fersenbereich und damit geringerer Winkelbeschleunigung und Belastung auf die Achillessehne zu wechseln(Mizuno Wave Elixir 5).
Neben dem „eigentlichen Trainingseffekt“ beim Laufen wird, durch die Einflussnahme der Spots der Einlagen auf die Fuß- und Unterschenkelmuskulatur, diese besonders aktiviert, bzw. durch die veränderte Vorspannung der Muskeltonus reduziert –diese theoretisch klingenden Dinge kann man (ich) aber auch ganz praktisch erfahren (-laufen) und sogar messen: die Wadenmuskulatur ist spürbar weicher geworden, d.h. in Ruhe zerrt kein erhöhter Muskeltonus mehr an der malträtierten Achillessehne und meine Fußdruckmessung weist ein deutlich normalisiertes Muster im Quergewölbe auf –der Spreizfuß ist weniger stark.
Die Einlagen laufe ich mittlerweile seit einigen tausend Kilometern (inkl. Schuh- und Modellwechsel), sowohl im Training als auch in meinen Wettkämpfen. Von meinen ursprünglichen Beschwerden ist aktuell nichts mehr zu merken und das, obwohl meine Umfänge und vor allem die Gesamtbelastung (wir Triathleten laufen ja nicht nur..) eher gestiegen sind. Früher hatte ich regelmäßig feste Waden, da ja auch das Rad fahren über die Wadenmuskulatur geht und dadurch bedingt häufig Beschwerden mit den Achillessehnen.
Beim Laufen nehme ich die Einlagen mittlerweile gar nicht mehr war. Durch die flache Bauart der Einlagen, hatte ich auch noch nie Probleme mit der Fersenkappenpassform der Laufschuhe. Die Sensomotorikeinlagen bauen unwesentlich höher als die normalen Innensohlen der Schuhhersteller und im Austausch gegen diese verändern sie die Passform der Schuhe nicht merklich. Auch das geringe Mehrgewicht ist nicht spürbar, da sie ja gegen die normalen Einlegesohlen getauscht werden.
Den schnellen Wechsel im Wettkampf haben die Einlagen auch nicht behindert, da sie relativ rigide sind, verrutschen sie auch nicht beim Anziehen der Schuhe mit nassen Füßen. Ein zusätzliches Einkleben entfällt also.
Nässe halten sie auch gut aus, allerdings sollte man die Einlagen danach eher sanft trocknen und nicht auf der Heizung trocknen.
–daher habe ich neben der Laufschuhversorgung nun auch eine spezielle Radschuheinlage

Produktreviews | 26. Juli 2011