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Strandräuber Ironman 70.3 Rügen

So, Sonntag war er also, der Tag des alternativen Saisonhighlights..
Nachdem ich mit meiner Sprunggelenksverletzung meinen eigentlichen Saisonhöhepunkt -den Ironman Zürich, absagen musste, hatte ich mir, nach dem ersten schmerzfreien, längeren Lauf als kleine Belohnung einen Start beim 70.3 Rügen überlegt.Zum Einen ist der terminlich recht spät & zum Anderen hat Binz einfach ein tolles Flair.
& soviel vorab; es war eine lohnenswerte Alternative, denn die Atmosphäre in Binz ist wirklich außergewöhnlich:
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ich denke das Bild vom Samstagabend spricht für sich!

Anreise, Ferienwohnung alles passte, allerdings war ich ungewohnt nervös, warum weiß ich allerdings auch nicht recht..-irgendwie machte mich der internationale Vergleich bei dem Starterfeld von 1500 Athleten nach der Verletzungspause etwas unruhig.
Bei der Registrierung & auch beim Check-in traf ich einige bekannte Gesichter aus meiner frühen Triathlonzeit bei Sisu Berlin, scheinbar lässt die Faszination Triathlon nicht nur mich nicht mehr los.., das war einerseits wirklich toll, machte aber die Nervosität nicht kleiner. Ich war sehr gespannt, wie wir uns im Vergleich so über die Jahre gebracht haben.

Aber nun zum Wettkampf;
da es ja „nur“ ein Halbironman war, war der Start erst um 10:15 Uhr als „rolling start“ avisiert. Eine faire Zeit also für ein Frühstück in Ruhe -wenn der Magen einen denn läßt ;-)

Ich orientierte mich bei der Startaufstellung an meiner Schwimmzeit vom Knappenman und sortierte mich bei den „sub30“ Schwimmern ein. Ironman hatte für den Rollingstart allerdings nur eine Startbox für <40min eingerichtet -das könnte man noch etwas differenzierter betreiben, wenn man schon den "verwässerten" rolling start betreiben will. Es ging dann also nach den Pro´s los, alle 6 Sekunden 4 Altersklasseathleten, ich hatte eine guten Start und erreichet schon beim Lauf ins seichte, aber erfrischend kühle (17,3°) Ostseewasser die Gruppe vor mir, aber nach einigen kraftvollen Zügen hatte ich viel Platz im Wasser. Zumindest waren keine anderen Schwimmer in unmittelbarer Nähe, Schwimmer nicht, dafür umso mehr Quallen.. Das Schwimmen lief wirklich gut und ich bin wie schon 2 Wochen zuvor locker und mit ruhigen, langen Zügen geschwommen, meine Uhr zeigte eine 28:40 bei erreichen des Strandes. IMG_0164
Offiziell ist es eine 30´er Zeit, da die Messmatte irgendwo weiter hinten lag, aprospros weiter hinten; T1 kommt erst 900 Meter nach dem Wasserausstieg!!
gut, dass die Sonne früh noch etwas zögerte, sonst wäre bei Erreichen der Wechselzone der Neo schon wieder trocken gewesen..
Der Wechsel lief gut, leider hatte sich im Wechselbeutel mein Visier aus dem Zeitfahrhelm gelöst, so dass ich dieses erst wieder einklicken musste -mit ruhiger Hand geht das super fix; aber soo entspannt waren die Arme dann trotz des „ruhigen Schwimmens“ in dem Moment dann doch nicht.. aber kein Drama. Geht ja nicht ums Preisgeld ;-))
Rad geschnappt und los, naja nach der nochmal 400 Meter durch die Wechselzone.

Die erste Hälfte der Radrunden ging es gegen den Wind, aber für Küstennähe alles moderat und meine Wahl mit 80mm Vorderrad und Scheibe hinten war völlig in Ordnung. Mit meiner moderaten Schwimmleistung fand ich mich aber wiederum in Gesellschaft zahlreicher anderer Athleten & je mehr Menschen sich auf einem Haufen befinden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ar…., äh jemand mit anderen Ansichten dabei ist.., so auch hier. 10 Meter sind eben nicht für jeden gleich 10 Meter.

Auch wenn es schon von so vielen und immer wieder thematisiert worden ist.., Windschattenfahren ist nur durch zwei Dinge in den Griff zu bekommen 1. Teilnehmerzahlen die in vernünftiger Relation zur Strecke stehen und 2. Athleten mit wahrem Sportsgeist & Sinn für Ausdauerdreikampf im eigentlichen Sinne.
Auch der „rolling start“ führt am Ende nur dazu, dass Veranstalter noch mehr Starter auf die Strecke lassen und sich dort Athleten anmelden, die vor einem Massenstart und einem echten Einzelzeitfahren zu viel Respekt hätten. -meine Meinung. (Punkt)

Im Großen und Ganzen war das Rennen aber fair und die Kampfrichter sichtlich bemüht.
Ich habe mir dennoch einige Male verbal etwas Luft gemacht, bin dann aber am Anfang von Runde zwei mit einem Versuch einer Gruppe „einfach weg zufahren“ nach einem Drittel der Runde elendig gescheitert -auch weil ich einen Lauf anschließen wollte und keinen Spaziergang.
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Ich stieg, mit meiner Leistung zufrieden, auf einer Position um Platz 80 vom Rad und der 2. Wechsel lief wirklich rund, so dass ich auf dieser Position auch auf die Laufstrecke ging.
Ich hatte mir vorgenommen mit 4:30 anzulaufen und bis Kilometer 15 kontrolliert zu laufen.
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Gelang mir soweit auch gut. Kontrolliert bedeutete aber auch, dass es bei dem 4x zu überlaufenden Hügel (Berg?! ca. 800m mit knapp 10%) mit dem Schnitt deutlich nach unten ging. Wer also glaubt, an der Küste ist es flach, der irrt, die Laufstrecke hat durch das viermalige überlaufen des Hügels einiges an Höhenmetern und ist daher und wegen zahlreicher Kurven und Kehren nicht wirklich schnell. ABER sehr schön.
Ich konnte meinen Plan gut umsetzen und nach „hintenraus“, also ab km 15 auch noch etwas das Tempo steigern, die Rennaufteilung hat also gepasst.
Ich erreichte nach 4:37 das Ziel auf dem Kurplatz in Binz, wobei der letzte Kilometer komplett mit Zuschauern gesäumt ist und die Atmosphäre wirklich toll ist, das & die Tatsache, dass ich meinen Wiedereinstieg in den Wettkampfsport nach der langwierigen Verletzung gegen (wie immer) zahlreiche Zweifler zu meiner vollen Zufriedenheit absolviert habe, hat mein Finish durchaus emotional gestaltet. Gänsehaut & Pippi in den Augen pur ;-)
Ich beendete das Rennen mit Platz 111 und als 20. in meiner AK.

2018 wird es mich im September vermutlich wieder nach Binz führen, denn der Termin ist schon offiziell bestätigt und wie gesagt, Strecke & Atmosphäre sind grandios!!

Allgemein | Rennberichte | Sport-Wettkampf | 13. September 2017


Knappenman 2017

Nach meiner Sprunggelenksverletzung und leider wieder einmal längerer Wettkampfpause als geplant, hatte ich mich als Test für mein Saisonhighlight & -abschluss dem Ironman 70.3 Rügen ja noch zu einem Start beim Knappenman in der Lausitz entschieden. Zum Einen habe ich den Wettkampf aus dem letzten Jahr in guter Erinnerung-zu mindest was die Strecken und die Organisation angeht, zum Anderen hatte ich noch eine kleine Rechnung mit der Laufstrecke offen.
Soviel vorab, der Knappenman ist eine wirklich gelungene Veranstaltung in toller Gegend!

Wir sind wie vergangenes Jahr wieder einen Tag vorher angereist & konnten den Wettkampftag so ganz entspannt starten.
Registrierung, Rad Check-in alles problemlos. Dieses Jahr trotz sommerlichen Wetters gab es eine Neofreigabe -das kommt meiner aktuelle Schwimm“Form“ sehr entgegen. Dennoch stellte ich mich für den Landstart recht weit vorne an den Strand, nicht ganz zu unrecht, wie sich zeigte. Trotz eines Jahresumfanges im Wasser, den ich früher in der Woche hatte & wirklich ruhigem Schwimmen erreichte ich als 5. etwas hinter einer sich abgesetzten Führungsgruppe wieder den Strand am Dreiweibernersee. Cool ;-)
Der Wechsel war dann recht gemach aber komplikationslos, sogar meine Verpflegung war noch vollständig am Rad; fein.
Die erste Runde fuhr ich bewusst ruhig und mit einem Auge stets auf dem Wattmesser, denn da ich 2016 ja mit Flüssigkeitsdefizit eine „swim-bike-walk“-Erlebnis hatte, wollte ich dieses Jahr (auch für Binz in 2 Wochen) unbedingt wissen, was aktuell in den Laufschuhen geht. 44 Minuten fand ich okay für die ersten 30km, meine Position blieb etwa unverändert. Runde zwei sollte dann von der Belastung etwas härter sein, trotzdem erreichte mich ein Grüppchen von 6/7 Athleten. Ich würde überholt, die Abstände waren „durchwachsen“, das fand auch ein Kampfrichter auf einem Motorrad, er begleitete uns 1 1/2 Runden & verteilte 2 Karten (keine für mich!). Danke an alle FREIWILLIGEN Kampfrichter da draußen, die Ihr Wochenende hergeben, um den Athleten, die sauberen, regelkonformen Sport wollen, diesen auch zu ermöglichen. Danke!
Auch wenn es in Gruppen mit sauberen Abständen ja grundsätzlich schon leichter rollt, ist es eben doch auch unrunder, denn für 12m Abstand muss man immer wieder „rausnehmen“ -ich fahre lieber alleine meinen Rhythmus. Da ich im Wasser aber nicht mehr viel trainiere ist meine Schwimmleistung zwar noch gut, aber für eine Vorsprung größerer Art reicht sie eben nicht mehr, daher werde ich mich wohl an diese Situation gewöhnen müssen; sauberes „vorne-weg-fahren“ ist nicht mehr..
Ich kam mit noch immer guten Beinen in T2 an, durch die beiden Karten und häufige Positionswechsel muss es so etwas wie Platz 8-10 gewesen sein.
Der zweite Wechsel lief auch gut. Ich lief bewusst verhalten los, ich wollte lieber „hintenraus“ noch einen drauf legen können. Das subjektive Empfinden passte, ich schätze mich so auf 4:35 ein, die Uhr zeigte 4:22; läuft. Ich konnte das Tempo sauber halten, ab km 7,5 (also Verpflegungsstelle 3) beschloss ich an diesen immer kurz zu gehen, um mich besser verpflegen zu können. Evtl. Kamen die ersten Kalorien etwas zu spät an, denn ich merkte, dass den Beinen etwas Input fehlte. Das Tempo ging kurzzeitig auf 4:50-4:58 runter. Aber ich erholte mich recht gut und ich konnte „hintenraus“ wieder steigern. Ich musste zwar wie immer beim Laufen noch ein paar Athleten ziehen lassen, aber insgesamt bin ich mit dem 14. Gesamtplatz bei >200 Startern und dem 3. Platz meiner AK sehr zufrieden, vor allem weil es ein komplett rundes Rennen war und ich meine aktuellen Möglichkeiten voll umsetzen konnte.
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Daher, verdiente kurze Pause & dann nochmal Feinschliff fürs strandräubern in 2 Wochen!

Rennberichte | Sport-Wettkampf | 27. August 2017


Ironman Cozumel 2016

Tja, auch mit einem Tag Abstand bin ich noch nicht so sicher was ich denken soll, aber hier zunächst der Bericht meines Rennens inklusive einiger meiner Gedanken dazu.

Der Check-in am Samstag gestaltete sich etwas aufwendiger, da es zwei örtlich getrennte Wechselzonen gibt, ursprünglich hat der Veranstalter die Laufbeutel Kollektiv von T1 in T2 gebracht, aber in 2015 wurde so wohl ein Laufbeutel falsch zugeordnet, was zu einer Klage des betroffenen „Sportfreundes“ führte..& dazu, dass nun alle Athleten selbst den Laufbeutel in T2 bringen müssen..
Zum Glück war lediglich unser Transportmittel typisch mexikanisch,
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alles andere war wirklich gut organisiert & klappte reibungslos.

Der Raceday begann wie immer zeitig um 4:45 Uhr. Das Hotel hatte zugesagt, dass es ein „early breakfast“ geben wird. Leider gab es zum Toast nur Marmelade, so dass ich, der sich gegen das mitbringen eines Glases Nutella entschieden hatte, wohl „auf Erdbeermarmelade“ starten musste..-das eher kleinere Ernährungsproblem des Tages, wie sich zeigen sollte.

Nach dem shutteln zur T1 und der Kontrolle des Rades -alles schien zunächst in Ordnung, montierte ich noch meinen Radcomputer & verstaute meine Radflaschen. Ich hatte am Vortag überlegt, ob ich meine Schaltungsakkus über Nacht am Rad lassen sollte oder nicht, aber ich dachte Triathleten seien „faire Sportler“ & ließ sie am Rad. Ok, so fair sind sie wohl, beide Akkus da, aber dafür stellte ich fest, dass mein „nutritionbox“ auf dem Oberrohr nicht mehr so gut gefüllt war, wie ich sie vorbereitet hatte; es fehlten Gels & Salztabletten!!!
Ist das Euer Ernst Ihr Triathleten da draußen?? Gels, die es auf Rad- & Laufstrecke gibt, über Nacht bei anderen Athleten klauen?? (Wer jetzt denkt, ok dann kann ich mir ja auch neue nehmen.., richtig; ABER nicht umsonst nutze ich seit Jahren nur noch meine eigenen SPONSER Gele, denn mein Verdauungstrakt ist unter Belastung recht sensibel..)
Das ist noch unsportlicher als Drafting!!
Vor allem bestätigt es aber den weiteren Verfall des fairen Individualsports, den ich so liebe und den ich vor >20 Jahren begonnen habe..
Nach dem Rad-Check ging es mit unzähligen Bussen von T1 zum Schwimmstart, denn um das Schwimmen dem „neumodischen Triathleten aus niederen Beweggründen“ anzupassen, ist es kein Rundkurs mehr, sondern eine A-to-B-Strecke; vermeintlich komplett mit der Strömung.
Der Start der Agegrouper erfolgte dann eine halbe Stunde nach den Pro’s (die einen Wasserstart hatten), als sog. Rolling Start vom Steg aus, d.h. ab 7:30 bis 8:00 hüpfen immer in kleinen Grüppchen knapp 2000 Triathleten, wie die Lemminge ins Wasser und schwimmen los. Eigentlich Ihrer erwarteten Schwimmzeit entsprechend geordnet, aber hierzu müsste der oben erwähnte Triathlet natürlich eine realistische Selbstwahrnehmung besitzen..
Diese Form des Starts wurde eingeführt, um zum Einen die Risiken eines Massenstarts zu reduzieren (die in meinen Augen auch vor allem deshalb bestehen, weil es an oben genannter Selbstwahrnehmung der eigenen Schwimmfertigkeit eben gerade fehlt) und zum Anderen das Feld zu entzerren und so bereits im Vorfeld die drafting-Problematik zu adressieren; abermals richtig nur liegt die ja auch an den Athleten selbst…
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Ok, natürlich kommt da noch eine oft zu hohe Anzahl an Startern für die Strecken dazu, aber die zahlen der Ironman Corp. ja alle soviel schönes Startgeld..
Leider geht bei dieser Form des Starts die tolle Atmosphäre, die sonst vor einem Massenstart herrscht etwas verloren und daneben auch die Übersicht, wo man eigentlich liegt im Rennen.
Aber gut, zurück zum Rennen;
ich ordnete mich trotz meiner geringen Trainingsleistung im Wasser im Block derer ein, die unter 1 Std. schwimmen wollen und sprang um 7:31 Uhr ins Wasser. Jeder hatte von Anfang an genug Platz und ich schwamm mit ruhigen, langen Zügen bewusst defensiv los. Aber siehe da, die Natur ist eben doch nicht berechenbar, die Schwimmstrecke sollte komplett mit der Strömung verlaufen und so leichter & schneller sein, doch aufgrund einiger Stürme über Südamerika, kam sie am Renntag von vorne -ungefähr 3200m lang. Da half nur mit langem Zug kräftig drücken & auf die Wasserlage achten.
Ich erreichte den Ausstieg am Delphinarium in Chankanaab nach etwas unter 55 Minuten, voll im Plan, denn der war nach 1 Stunde auf dem Rad zu sitzen. Ein guter Start in den Tag, die „Maschine“ läuft.. ;-)
Der Wechsel ging gut, der Beutel hing wo er sollte & es war alles drin -inkl. zweier „Ersatzgele“.
Rauf aufs Rad & los, Katja stand kurz nach T1 und feuerte mich an.
Die erste Radrunde wollte & sollte (Vorgabe der „Chefin“ UTE MÜCKEL) ich ruhig angehen, gesagt, getan. Dank Wattmesser kann man die Belastung ja gut steuern.
Die Runde lief gut, der Wind schlief noch und so war die Runde trotz moderater Leistung nicht langsam. Die Beine und auch „der Rest“ fühlten sich gut an, zumal ich ja wusste, dass ich auch eine gut Laufform habe und mich auf einen soliden Marathon schon fast freute (ja, ich! Laufen & freuen in einem Gedanken!!)
Ab Runde 2 frischte der Wind merklich auf, auch hier etwas anders als sonst & als erwartet, typisch für die Strecke ist eine 20-25 km lange Strecke direkt am Meer mit böigem Querwind und ein ca 10 km langes Stück mit Rückenwind, gestern gab es knapp 25 km Wind von vorne und 10 mit Querwinden. Die Runde war daher, trotz der geplant höheren Leistung, nicht schneller..
Das nur 60mm hohe Vorderrad war daher auf jeden Fall eine gute Wahl, wie auch der Rest meines neuen Rades lief es super! (Nochmal Danke an Jan von LAMBDA RACING).
Die Durchfahrt durch Cozumelstadt ist immer cool, alle Mexikaner scheinen begeistert, machen Barbecues vorm Haus, stellen Musikboxen auf und feuern an!
Meine etwas spärlichere Gelverfügbarkeit glich ich aber doch nicht mit Spareribs sondern mit Riegeln aus, die ich als Notverpflegung früh noch eingepackt hatte. Nur Salztabletten hatte ich weniger als geplant; dennoch, es lief weiter gut.
Katja stand anfeuernd vor unserem an der Strecke liegenden Hotel.
Runde drei lief weitgehend genau wie Runde zwei, nur der Wind blies noch etwas eifriger, d.h. gleiche Leistung, langsamere Runde.
In Runde 3 bekam ich allerdings etwas Kopfschmerzen. Salzdefizit?
Der Wechsel lief nach einer Radzeit von 5:05 (Stunden) nochmal gut, wobei ich mir bewusst die Zeit nahm neue Socken anzuziehen & aufs Dixi zu gehen. Die WRIGHTSOCKS haben, soviel vorweg übrigens wieder super funktioniert, nicht eine Blase!

In meinem Laufbeutel hatte ich auch mein vollständige Verpflegung, zusätzlich hatte ich aber als „Backup“ noch ein zweites Set in meinem „special needs“ Beutel auf der Strecke deponiert (evtl sollte ich das zukünftig auch auf der Radstrecke tun?!?)
Vorgabe für den Marathon war bewusst ruhig anlaufen um zu „akklimatisieren“ & dann ab Kilometer 5 aufs avisierte Tempo zu steigern, der erste Teil des Plans ging voerst auf. Dann allerdings rebellierte mein Magen und zwang mich nach einer kurzen Rückwärtsperistaltik zu einem von Gehpausen unterbrochenen ruhigem Tempo.
Natürlich hatten sich die Wolken, die auf der Radstrecke noch immer mal zu sehen waren pünktlich zum Laufen verzogen & die dicke Kugel strahlte in voller Pracht. Nachdem ich es ja nun schonmal erleben durfte.., das Energy lab auf Big Island ist berüchtigt, aber kurz Leute..-auf Cozumel warten 42 km davon!!

Während Runde 1 von der Zeit noch ging, wurde es in Runde 2 natürlich ohne adäquate Nahrungszufuhr nicht besser. Zumindest Salztabletten sollten doch gehen?!? Versuch macht klug, naja zumindest klüger..kurz danach eine 2. energische Rückwärtsperistaltik, zu allem Überfluss fand die Salzkapsel nicht den Weg durch die große Öffnung nach draußen, sondern versteckte sich irgendwo im Bereich des linken Nasenrachenraumes -und blieb dort..
Ich ging an den Verpflegungsstellen und versuchte dazwischen zu laufen, Pepsi & Salzbretzeln blieben wo sie sollten; immerhin.
Dennoch glaubte ich nicht mehr das Ziel noch erreichen zu können. Auch wenn ein DNF -ohne technischen Defekt- sicher schwer zu verarbeiten ist, sollte ich mich „völlig zerstören“??
Ich sehnte das Ende der 2. Runde herbei & wollte zumindest mit Katja gesprochen haben, die mich dann sah & sagte „hör auf!“
Sie stand kurz vorm Wendepunkt, warum auch immer, aber ich entschied die 200m bis dahin & zurück zu Ihr nochmal zu versuchen. Es ging (also lief) eigentlich nicht wirklich, dennoch entschied ich, warum auch immer, auf die 3. und letzte Runde zu gehen. „Was sind schon 14km?!“ „All die Schmerzen der ersten 28 km ohne die Glücksgefühle des Zielkanals?“ „Doch kein echter Ironman?“ Diverse (wirre) Gedanken kreisten in meinem Kopf.
Ich stellte mir meine (deutlich kühlere) Hausrunde vor und lief quasi durch Weissandt-Gölzau, es ging weiter..,aber es kreiste auch weiter in meinem Kopf.., aber halt, das war jetzt Schwindel!
Ich stoppte an einer Verpflegungsstelle, kühlte Kopf & Körper mit Eiswasser, trank Pepsi und nahm noch Salztabletten.
Aufgrund der Bedingungen sah man schon einige Krankenwagen, ich formulierte den eigentlich völlig selbstverständlichen Gedanken für mich; „dort endest Du nicht, dann eben kein Finisher!!“
Daher ging ich bis zum nächsten Verpflegungspunkt und lud nochmal ausgiebig kühlend nach. Aber eigentlich glaubte ich nicht mehr daran die Ziellinie noch zu sehen.
Teils gehend teils in einer Art Laufschritt erreichte ich tatsächlich den Wendepunkt zum 3. Mal, jetzt nur noch 7 Kilometer „nach Hause“.
Der menschliche Körper ist schon unglaublich, mein Kopf schaffte es meinen Körper so zu begeistern, dass ich nur auf Pepsi tatsächlich wieder „vernünftig“ lief. Wenngleich ich auch mit jedem Schritt mehr den allerletzten umso mehr herbeisehnte..
Die Stimmung entlang der Strecke im Bereich des Ziels ist gigantisch, beim Einbiegen in den Zielkanal hatte ich Gänsehaut & feuchte Augen. Katja stand unten auf der Tribüne und klatschte mich ab, ich überquerte mit nicht mehr ganz geraden Schritt nach 10 Stunden & 14 Minuten die Ziellinie meines längsten und mit Abstand härtesten Ironman.
Im Ziel wich, bis hinter die Zielverpflegung, ein Volunteer nicht mehr von meiner Seite, er hatte die Arme immer auffangbereit in meiner Nähe -so wie ich im Krankenhaus bei allzu wackeligen älteren Herrschaften..-es blieb bei der prophylaktischen Maßnahmen. Denn, hopp oder top, ich wagte mich an die bereitstehende Pizza, denn mein Körper verlangte nach Nahrung.. & siehe da die 6 Stücken blieben wo sie sollten und der Gang wurde wieder weniger wacklig, sonder nach-Ironman-typisch staksig.

Die Medaille beim IM Cozumel ist nicht nur wirklich schön, sondern für mich dieses Mal etwas besonderes.
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Jetzt heißt es off-season & Urlaub, wie Katja versprochen am Strand liegend (& von Cocktails flankiert..).

Diese Zeit und Weihnachten werde ich auch nutzen, mir so meine Gedanken zu machen, ob ich mich als „alleine gegen mich, die Elemente & die Uhr“-Triathlet der älteren Generation noch heimisch fühle in der Welt der neumodischen „I just do it for my vita“-Sportler..

Ach übrigens, irgendwo zwischen km 35 und 38 kam beim gefühlt 27. Charlottenburger die halbaufgelöste Salzkapsel dann auch noch aus meinem linken Nasenloch..-Nasenspülung für echte Ironman.. ;-)

Mehr Bilder findet Ihr in der Galerie 2016-IM Cozumel!

Allgemein | Rennberichte | Sport-Wettkampf | 28. November 2016