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Ironman Cozumel 2016

Tja, auch mit einem Tag Abstand bin ich noch nicht so sicher was ich denken soll, aber hier zunächst der Bericht meines Rennens inklusive einiger meiner Gedanken dazu.

Der Check-in am Samstag gestaltete sich etwas aufwendiger, da es zwei örtlich getrennte Wechselzonen gibt, ursprünglich hat der Veranstalter die Laufbeutel Kollektiv von T1 in T2 gebracht, aber in 2015 wurde so wohl ein Laufbeutel falsch zugeordnet, was zu einer Klage des betroffenen „Sportfreundes“ führte..& dazu, dass nun alle Athleten selbst den Laufbeutel in T2 bringen müssen..
Zum Glück war lediglich unser Transportmittel typisch mexikanisch,
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alles andere war wirklich gut organisiert & klappte reibungslos.

Der Raceday begann wie immer zeitig um 4:45 Uhr. Das Hotel hatte zugesagt, dass es ein „early breakfast“ geben wird. Leider gab es zum Toast nur Marmelade, so dass ich, der sich gegen das mitbringen eines Glases Nutella entschieden hatte, wohl „auf Erdbeermarmelade“ starten musste..-das eher kleinere Ernährungsproblem des Tages, wie sich zeigen sollte.

Nach dem shutteln zur T1 und der Kontrolle des Rades -alles schien zunächst in Ordnung, montierte ich noch meinen Radcomputer & verstaute meine Radflaschen. Ich hatte am Vortag überlegt, ob ich meine Schaltungsakkus über Nacht am Rad lassen sollte oder nicht, aber ich dachte Triathleten seien „faire Sportler“ & ließ sie am Rad. Ok, so fair sind sie wohl, beide Akkus da, aber dafür stellte ich fest, dass mein „nutritionbox“ auf dem Oberrohr nicht mehr so gut gefüllt war, wie ich sie vorbereitet hatte; es fehlten Gels & Salztabletten!!!
Ist das Euer Ernst Ihr Triathleten da draußen?? Gels, die es auf Rad- & Laufstrecke gibt, über Nacht bei anderen Athleten klauen?? (Wer jetzt denkt, ok dann kann ich mir ja auch neue nehmen.., richtig; ABER nicht umsonst nutze ich seit Jahren nur noch meine eigenen SPONSER Gele, denn mein Verdauungstrakt ist unter Belastung recht sensibel..)
Das ist noch unsportlicher als Drafting!!
Vor allem bestätigt es aber den weiteren Verfall des fairen Individualsports, den ich so liebe und den ich vor >20 Jahren begonnen habe..
Nach dem Rad-Check ging es mit unzähligen Bussen von T1 zum Schwimmstart, denn um das Schwimmen dem „neumodischen Triathleten aus niederen Beweggründen“ anzupassen, ist es kein Rundkurs mehr, sondern eine A-to-B-Strecke; vermeintlich komplett mit der Strömung.
Der Start der Agegrouper erfolgte dann eine halbe Stunde nach den Pro’s (die einen Wasserstart hatten), als sog. Rolling Start vom Steg aus, d.h. ab 7:30 bis 8:00 hüpfen immer in kleinen Grüppchen knapp 2000 Triathleten, wie die Lemminge ins Wasser und schwimmen los. Eigentlich Ihrer erwarteten Schwimmzeit entsprechend geordnet, aber hierzu müsste der oben erwähnte Triathlet natürlich eine realistische Selbstwahrnehmung besitzen..
Diese Form des Starts wurde eingeführt, um zum Einen die Risiken eines Massenstarts zu reduzieren (die in meinen Augen auch vor allem deshalb bestehen, weil es an oben genannter Selbstwahrnehmung der eigenen Schwimmfertigkeit eben gerade fehlt) und zum Anderen das Feld zu entzerren und so bereits im Vorfeld die drafting-Problematik zu adressieren; abermals richtig nur liegt die ja auch an den Athleten selbst…
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Ok, natürlich kommt da noch eine oft zu hohe Anzahl an Startern für die Strecken dazu, aber die zahlen der Ironman Corp. ja alle soviel schönes Startgeld..
Leider geht bei dieser Form des Starts die tolle Atmosphäre, die sonst vor einem Massenstart herrscht etwas verloren und daneben auch die Übersicht, wo man eigentlich liegt im Rennen.
Aber gut, zurück zum Rennen;
ich ordnete mich trotz meiner geringen Trainingsleistung im Wasser im Block derer ein, die unter 1 Std. schwimmen wollen und sprang um 7:31 Uhr ins Wasser. Jeder hatte von Anfang an genug Platz und ich schwamm mit ruhigen, langen Zügen bewusst defensiv los. Aber siehe da, die Natur ist eben doch nicht berechenbar, die Schwimmstrecke sollte komplett mit der Strömung verlaufen und so leichter & schneller sein, doch aufgrund einiger Stürme über Südamerika, kam sie am Renntag von vorne -ungefähr 3200m lang. Da half nur mit langem Zug kräftig drücken & auf die Wasserlage achten.
Ich erreichte den Ausstieg am Delphinarium in Chankanaab nach etwas unter 55 Minuten, voll im Plan, denn der war nach 1 Stunde auf dem Rad zu sitzen. Ein guter Start in den Tag, die „Maschine“ läuft.. ;-)
Der Wechsel ging gut, der Beutel hing wo er sollte & es war alles drin -inkl. zweier „Ersatzgele“.
Rauf aufs Rad & los, Katja stand kurz nach T1 und feuerte mich an.
Die erste Radrunde wollte & sollte (Vorgabe der „Chefin“ UTE MÜCKEL) ich ruhig angehen, gesagt, getan. Dank Wattmesser kann man die Belastung ja gut steuern.
Die Runde lief gut, der Wind schlief noch und so war die Runde trotz moderater Leistung nicht langsam. Die Beine und auch „der Rest“ fühlten sich gut an, zumal ich ja wusste, dass ich auch eine gut Laufform habe und mich auf einen soliden Marathon schon fast freute (ja, ich! Laufen & freuen in einem Gedanken!!)
Ab Runde 2 frischte der Wind merklich auf, auch hier etwas anders als sonst & als erwartet, typisch für die Strecke ist eine 20-25 km lange Strecke direkt am Meer mit böigem Querwind und ein ca 10 km langes Stück mit Rückenwind, gestern gab es knapp 25 km Wind von vorne und 10 mit Querwinden. Die Runde war daher, trotz der geplant höheren Leistung, nicht schneller..
Das nur 60mm hohe Vorderrad war daher auf jeden Fall eine gute Wahl, wie auch der Rest meines neuen Rades lief es super! (Nochmal Danke an Jan von LAMBDA RACING).
Die Durchfahrt durch Cozumelstadt ist immer cool, alle Mexikaner scheinen begeistert, machen Barbecues vorm Haus, stellen Musikboxen auf und feuern an!
Meine etwas spärlichere Gelverfügbarkeit glich ich aber doch nicht mit Spareribs sondern mit Riegeln aus, die ich als Notverpflegung früh noch eingepackt hatte. Nur Salztabletten hatte ich weniger als geplant; dennoch, es lief weiter gut.
Katja stand anfeuernd vor unserem an der Strecke liegenden Hotel.
Runde drei lief weitgehend genau wie Runde zwei, nur der Wind blies noch etwas eifriger, d.h. gleiche Leistung, langsamere Runde.
In Runde 3 bekam ich allerdings etwas Kopfschmerzen. Salzdefizit?
Der Wechsel lief nach einer Radzeit von 5:05 (Stunden) nochmal gut, wobei ich mir bewusst die Zeit nahm neue Socken anzuziehen & aufs Dixi zu gehen. Die WRIGHTSOCKS haben, soviel vorweg übrigens wieder super funktioniert, nicht eine Blase!

In meinem Laufbeutel hatte ich auch mein vollständige Verpflegung, zusätzlich hatte ich aber als „Backup“ noch ein zweites Set in meinem „special needs“ Beutel auf der Strecke deponiert (evtl sollte ich das zukünftig auch auf der Radstrecke tun?!?)
Vorgabe für den Marathon war bewusst ruhig anlaufen um zu „akklimatisieren“ & dann ab Kilometer 5 aufs avisierte Tempo zu steigern, der erste Teil des Plans ging voerst auf. Dann allerdings rebellierte mein Magen und zwang mich nach einer kurzen Rückwärtsperistaltik zu einem von Gehpausen unterbrochenen ruhigem Tempo.
Natürlich hatten sich die Wolken, die auf der Radstrecke noch immer mal zu sehen waren pünktlich zum Laufen verzogen & die dicke Kugel strahlte in voller Pracht. Nachdem ich es ja nun schonmal erleben durfte.., das Energy lab auf Big Island ist berüchtigt, aber kurz Leute..-auf Cozumel warten 42 km davon!!

Während Runde 1 von der Zeit noch ging, wurde es in Runde 2 natürlich ohne adäquate Nahrungszufuhr nicht besser. Zumindest Salztabletten sollten doch gehen?!? Versuch macht klug, naja zumindest klüger..kurz danach eine 2. energische Rückwärtsperistaltik, zu allem Überfluss fand die Salzkapsel nicht den Weg durch die große Öffnung nach draußen, sondern versteckte sich irgendwo im Bereich des linken Nasenrachenraumes -und blieb dort..
Ich ging an den Verpflegungsstellen und versuchte dazwischen zu laufen, Pepsi & Salzbretzeln blieben wo sie sollten; immerhin.
Dennoch glaubte ich nicht mehr das Ziel noch erreichen zu können. Auch wenn ein DNF -ohne technischen Defekt- sicher schwer zu verarbeiten ist, sollte ich mich „völlig zerstören“??
Ich sehnte das Ende der 2. Runde herbei & wollte zumindest mit Katja gesprochen haben, die mich dann sah & sagte „hör auf!“
Sie stand kurz vorm Wendepunkt, warum auch immer, aber ich entschied die 200m bis dahin & zurück zu Ihr nochmal zu versuchen. Es ging (also lief) eigentlich nicht wirklich, dennoch entschied ich, warum auch immer, auf die 3. und letzte Runde zu gehen. „Was sind schon 14km?!“ „All die Schmerzen der ersten 28 km ohne die Glücksgefühle des Zielkanals?“ „Doch kein echter Ironman?“ Diverse (wirre) Gedanken kreisten in meinem Kopf.
Ich stellte mir meine (deutlich kühlere) Hausrunde vor und lief quasi durch Weissandt-Gölzau, es ging weiter..,aber es kreiste auch weiter in meinem Kopf.., aber halt, das war jetzt Schwindel!
Ich stoppte an einer Verpflegungsstelle, kühlte Kopf & Körper mit Eiswasser, trank Pepsi und nahm noch Salztabletten.
Aufgrund der Bedingungen sah man schon einige Krankenwagen, ich formulierte den eigentlich völlig selbstverständlichen Gedanken für mich; „dort endest Du nicht, dann eben kein Finisher!!“
Daher ging ich bis zum nächsten Verpflegungspunkt und lud nochmal ausgiebig kühlend nach. Aber eigentlich glaubte ich nicht mehr daran die Ziellinie noch zu sehen.
Teils gehend teils in einer Art Laufschritt erreichte ich tatsächlich den Wendepunkt zum 3. Mal, jetzt nur noch 7 Kilometer „nach Hause“.
Der menschliche Körper ist schon unglaublich, mein Kopf schaffte es meinen Körper so zu begeistern, dass ich nur auf Pepsi tatsächlich wieder „vernünftig“ lief. Wenngleich ich auch mit jedem Schritt mehr den allerletzten umso mehr herbeisehnte..
Die Stimmung entlang der Strecke im Bereich des Ziels ist gigantisch, beim Einbiegen in den Zielkanal hatte ich Gänsehaut & feuchte Augen. Katja stand unten auf der Tribüne und klatschte mich ab, ich überquerte mit nicht mehr ganz geraden Schritt nach 10 Stunden & 14 Minuten die Ziellinie meines längsten und mit Abstand härtesten Ironman.
Im Ziel wich, bis hinter die Zielverpflegung, ein Volunteer nicht mehr von meiner Seite, er hatte die Arme immer auffangbereit in meiner Nähe -so wie ich im Krankenhaus bei allzu wackeligen älteren Herrschaften..-es blieb bei der prophylaktischen Maßnahmen. Denn, hopp oder top, ich wagte mich an die bereitstehende Pizza, denn mein Körper verlangte nach Nahrung.. & siehe da die 6 Stücken blieben wo sie sollten und der Gang wurde wieder weniger wacklig, sonder nach-Ironman-typisch staksig.

Die Medaille beim IM Cozumel ist nicht nur wirklich schön, sondern für mich dieses Mal etwas besonderes.
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Jetzt heißt es off-season & Urlaub, wie Katja versprochen am Strand liegend (& von Cocktails flankiert..).

Diese Zeit und Weihnachten werde ich auch nutzen, mir so meine Gedanken zu machen, ob ich mich als „alleine gegen mich, die Elemente & die Uhr“-Triathlet der älteren Generation noch heimisch fühle in der Welt der neumodischen „I just do it for my vita“-Sportler..

Ach übrigens, irgendwo zwischen km 35 und 38 kam beim gefühlt 27. Charlottenburger die halbaufgelöste Salzkapsel dann auch noch aus meinem linken Nasenloch..-Nasenspülung für echte Ironman.. ;-)

Mehr Bilder findet Ihr in der Galerie 2016-IM Cozumel!

Allgemein | Rennberichte | Sport-Wettkampf | 28. November 2016


Knappenman 2016

Oder „schwimmen ist wie radfahren“
-das ist das Wohl schönste Fazit meines gestrigen Knappenman XL (=Mitteldistanz 1,9-90-21), aber der Reihe nach.
Vor dem Ironman Cozumel wollte ich nochmal einen Testwettkampf absolvieren, um zu sehen ob die Richtung stimmt, bzw. welche Hausaufgaben ich bis November noch zu machen habe. Schließlich war mein letzter Wettkampf Hawaii 2013!
Das der Wettergott den Test auch so ernst nehmen würde, hätte ich allerdings nicht erwartet; 36 Grad zum Wettkampftag in der Lausitz sind eine Ansage.
Es folgte die erste Überraschung des Tages, Neoverbot. Ich fand es aus verschiedenen Gründen eigentlich gut, meinen Neo hatte ich zuletzt beim Ironman Zürich an, im Juli 2013, da hat er noch gepasst… Aber ob er das noch tut, war ja nun egal. Schwimmer mit guter Wasserlage profitieren ja weniger vom Neo, also kein Problem für mich, nur Schwimmer mit nahezu null Wassertraining brauchen ein bisschen unterstützenden Auftrieb, schade für mich… Etwas Angst vor der 1.Disziplin habend ging ich zum Start, ein völlig neues Gefühl für mich. Meinen aktuellen Trainingsumfängen entsprechend stellte ich mich in die 5./6. Reihe zum Landstart an den Strand. Auf den ersten hundert Metern überschwamm ich einige Athleten und dachte mir „warum stellt sich nicht einfach jeder seiner Schwimmmleistung entsprechend auf?“ Dann könnte ich alleine mein Tempo schwimmen und lange ruhige Züge machen, etwas später sah ich vor mir einen Schwimmer hinter einem Standup-Paddler und einen zweiten Schwimmer neben mir, sonst nichts?! ich dachte mir, da vorne ist eine schnelle Gruppe weg und dann kommt lange nichts und dann wir drei vor dem Hauptfeld.., naja nicht ganz, vorne war einer weg und dann kamen mein Begleiter und ich.. Platz 3 nach dem Schwimmen! Warum habe ich früher bloß soviel Zeit im Wasser verbracht? (Ja Ute, weil es natürlich auch Spaß macht!! ;-))
Sei es drum, grandioser Start in den Wettkampf!
Der Wechsel ging ebenfalls routiniert flott, evtl sogar noch etwas flotter, denn dank meines neuen Zeitfahrhelms mit Visier entfällt noch der häkelnde Schritt des Sonnenbrille-unter-den-Zeitfahrhelm-gefriemels. Die ersten Kilometer auf dem Rad waren die Oberschenkel, warum auch immer etwas fest & zu, und so richtig kam ich auf dem Rad nicht in meinen Tritt & auch der Wattmesser hat im Training schon bessere Beine attestier. Aber prinzipiell darf ich in Anbetracht einer 2:07 Std:min und dem Gesamtplatz 3 nach dem Radfahren wohl auch nicht klagen. Auch wenn sich meine Position im Feld nicht geändert hat, so aber die beiden Plätze vor mir. Auf der Radstrecke gab es jeweils am Ende der Runde einen Verpflegungspunkt, nach der ersten Runde habe ich diesen bewusst ausgelassen, nach Ende zwei und drei, wollte ich Wasser in mein Aerotrinksystem bunkern…-wollte! Leider wurden mir beide Male Flaschen angereicht, die nicht richtig verschlossen waren, so dass diese beim Umfüllversuch aufgingen und all der bei 36 Grad so kostbare Inhalt auf dem heißen Asphalt landete.. Doppelt ärgerlich da ich in meinen eigenen Radflaschen mein Getränk immer hochkalorisch „eingedickt“ fahre, daher bin ich also fürs Trinken & die Ernährung aus Wassernachschub von außen angewiesen.. Schade! Runde drei war dennoch ok, aber am Ende war schon zu merken, dass mir erheblich Flüssigkeit fehlt. Als ich T2 erreichte war meine körperkerntemperatur schon deutlich im roten Bereich. Der Wechsel ging auch dank der Yankz In meinen Schuhen fix, aber der Versuch los zulaufen fühlte sich eher an, wie der Versuch aus der Sauna zu kommen, wenn man zu lange drin war und schon „Kreislauf“ hat.. Ich hoffte auf Wasser am Ende der Wechselzone -Fehlanzeige! Aber die Nachfrage ergab, „gleich am 1. VP“ schade nur, dass der erst bei km 2,5 kommt.. Eine kleine geh-lauf-strauchel-Odyssee später (& nicht nur einem Gedankenspiel zum Abbruch dieses Formtestes) erreichte ich VP1, prima, Pause! Ca. 10 Minuten und gefühlte zwei Handvoll Wasser-&Colabecher kombiniert mit ebensovielen Wasserschwämmen später trottete ich wieder los, ging dann knapp 1km ganz passabel, bis mein Magen-Darm-System mich krampfig wissen lies, dass der Versuch in Minuten das verpasste der letzten Stunde aufzuholen nur auf dem Sofa in Relaxposition machbar ist… Naja Tempo wieder raus und in Runde 1 teils gehend, teils laufend von VP zu VP. Runde zwei war dann wenigstens durchweg gelaufen. Aber am Ende sehnte ich das Ziel doch erheblich herbei. Ich erreichte es schließlich als zehnter, besser als während des „Laufs“ gedacht, denn hier wähnte ich mich gerade noch unter den ersten 20.
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Fazit: ich denke die Hausaufgaben habe ich bisher ganz gut gemacht & die Formrichtung für Cozumel stimmt und das auch hier Flüssigkeitshaushalt & Körperkerntemperatur die zentralen Themen sein werden hat dieser Wettkampf nochmal eindrücklich verdeutlicht.. Bis auf die Lauf“Performance“ bin ich also zufrieden und da klar ist voran diese scheiterte bin ich mit mir und dem gestrigen Wettkampf soweit im Einklang!

Allerdings denke ich auch, dass ein Veranstalter bei solchen Bedingungen mittels improvisierten Wasser-/Schwammstellen und ggf. Schlauchduschen reagieren sollte.., bei 20 Grad ist der Knappenman aber eine uneingeschränkte Wettkampfempfehlung!

Allgemein | Rennberichte | 28. August 2016


Rad am Ring 2016 -"grüne Hölle" die 3.

Am vergangenen Wochenende haben sich mein guter Freund Jörg und ich zum 3. Mal auf den Weg in die Eifel gemacht um zum 2. Mal im 2´er Team beim 24-Stunden Rennrad-Rennen dabei zu sein.
Zum 1. Mal allerdings mit Support, denn nachdem wir im vergangenen Jahr mit relativ wenig Aufwand (=Training) Platz 7 in unserer AK erreichen konnten, sind wir dieses Jahr erstmals mit einem klar formulierten Ziel zum Nürburgring gereist; wir wollten in unserer AK „Masters 2“ -schließlich sind wir zusammen 90 Jahre alt- aufs Podest. Daher war dieses also Katja dabei um uns bei der Verpflegung, der Motivation und nicht zuletzt auf der An-, bzw. Abreise zu unterstützen, was sie, das vorab, super getan hat. DANKE!!
Also kurz der Reihe nach; die Anreise am Freitag nach der Arbeit ging erfreulicherweise gut & staufrei. Unsere Parzelle war wieder am Ende der Grandprixstrecke kurz vor der Einfahrt ins Fahrerlager, wie wir finden ideal zum Wechseln da man den anderen relativ frühzeitig ankommen sieht.
Das Wetter sollte durchwachsen sein, was sich am späten Freitag, bzw. in der Nacht zum Samstag in heftigen Regenfällen bewahrheitete. Samstag zum Frühstück schien aber bereits die Sonne verhalten und die Prognose versprach zumindest einen trockenen Samstag, aber wer die Eifel kennt, der weiß, dass hier eigene Bedingungen herrschen…
Ich sollte den Start übernehmen –auch wenn mir so ein Gedränge eigentlich nicht sonderlich liegt- und so reihte ich mich knapp eine halbe Stunde vor dem Start in die Masse an Rennradfahrern auf der Start-Ziel-Geraden ein. Der Countdown war schon beeindruckend, wenngleich ich zugeben muss, dass mir und meiner Nervositätsblase ein Triathlonstart praktischer erscheint… ;-)
Start 1

Aufgrund meines Respektes vor zu großem Gedränge auf dem Rennrad war die ersten beiden schnellen Gruppen weg, aufgrund eines Sturzes vor mir, den ich zum Glück umfahren konnte, wurde es auch mit der 3. Gruppe knapp. Diese verlor ich eingangs der Nordschleife auch, da auch hier mein von Berufswegen sehr gelebtes Motto „safety first“, mich den Anschluss nach einem erneuten Sturz direkt vor mir verpassen lies. Nun ja, zugegeben fand ich es einerseits nicht so schlimm, da 24 Stunden ja genug Raum lassen sich gut zu positionieren, aber da es anfangs recht windig war, ist es natürlich unschön nach einem zügigen Start dann alleine im Wind auf die Nordschleife zu gehen..
Die Runde lief dann aber ganz gut und ich stellte fest, dass viele von den Fahrern um mich herum wohl aus 4´er oder 8´er Teams waren und somit natürlich mit einem höheren Tempo starten können. Ich begann mit zwei Runden und wir wechselten dann erstmals. Mein erstes Fazit war; Position als Ausgangslage ganz gut aber so richtig gute Beine hatte ich leider nicht.
Jörg fuhr ebenfalls zwei Runden und schien ganz zufrieden. Den Modus nach zwei Runden zu wechseln hielten wir zunächst aufrecht, da es uns etwas „stressfreier“ erschien, d.h. der nichtfahrende hat etwas mehr Zeit zur Erholung.´
Jörg in action
Nachdem jeder 2 Turns durch hatte wagte Katja einen Blick in die Echtzeitergebnisse und wer hätte das gedacht?! Nach knapp 8 Stunden Renndauer lagen wir in der AK-Wertung auf Position 1 mit knapp 9 Minuten Vorsprung!
Zum Einbruch der Dunkelheit hielten wir den zweier-Modus bei, denn es funktionierte ja scheinbar recht gut. Mit zunehmender Renndauer bekam ich allerdings immer mehr Beschwerden mit meinem Verdauungssystem; Isodrinks, Gel und Riegel wollte er einfach nicht mehr hinnehmen –obwohl ich an meiner Ernährung seit Jahren nichts umgestellt habe und diesbezüglich ja mit Sponser auch immer hervorragend gefahren bin..?! Nur mit trockenem Brot und Cola schlückchenweise fehlt auf Dauer allerdings der Kraftstoff für richtig Kraft in den Beinen..-das Rennen wurde für mich also härter als gedacht, zwischenzeitlich dachte ich daran einfach nicht wieder aufs Rad zu steigen…-aber der Kopf dominiert ja den Körper lange.., sehr lange… Gegen halb sechs wagte ich einen Energieriegel –den ich gut vertrug und konnte auch wieder Elektrolyte auffüllen –und zack das Tempo ging wieder hoch. Da unsere Verfolger in der Nacht aber bis auf 2 Minuten an uns herankamen, war das auch bitter nötig.. Daher entschloss ich mich auch aus taktischen Gründen die nächste Runde so schnell wie möglich zu fahren, in der Hoffnung den Abstand wieder etwas größer werden zu lassen und so zu zeigen, dass wir noch „da“ sind.. und siehe da, die Beine gingen wieder und wir konnten einen deutlichen Zahn zulegen. Da die zweite Runde von Jörg und mir jeweils etwas langsamer wurde als die erste, beschlossen wir nun auf einen „Einerwechsel“ umzusteigen um das etwas höhere Tempo halten zu können.
Der Vorsprung nahm wieder zu, also hieß es so langsam Daumen drücken, dass uns nicht noch ein technischer Defekt oder ein erneutes „Kalorienaufnahmedefizit“ ereilt..
Es lief aber zum Glück weiter alles wie am Schnürchen und wir konnten unsere Runden weiter konstant abspulen und die grandiose Strecke der Nordschleife teilweise auch genießen ;-) ok, es gibt Stellen, die sind egal wann sensationell (Fuchsröhre, Brünnchen, Grandprixstrecke) und einige, die machen nur bei frischen Beinen, blauem Himmel und vormittags an ungeraden Tagen (oder so ähnlich) Spass –die hohe Acht zum Beispiel, die eigentlich gar nicht so hoch ist, aber irgendwie trotzdem nur selten „Flow“ hat..
Aber was soll ich sagen, wenn selbst der Hawaii-Sieger und Weltmeister Sebastian Kienle nach seinem Start beim Zeitfahren am Freitag erkannt hat, das die „grüne Hölle“ Ihren Namen nicht umsonst hat…-und er ist nur eine Runde gefahren.. ;-))
Ziel
In jedem Fall hatten wir trotz des (bewußten) Leidens wieder unseren Spass und das, was Jörg und ich in zahlreichen gemeinsamen Momenten (auf und abseits des Rades) schon längst erkannt haben wurde deutlich bestätigt; wir sind ein gut funktionierendes Team: Platz 1 in der Masters2 Wertung mit einer Runde Vorsprung und Platz 4 in der Gesamtwertung aller 2´er Teams!
Podest
Liste
Danke Jörg –wie schon gesagt, es war mir eine Fest und eine Ehre zugleich;
jörg & ich
Und Danke Katja für Deinen physischen und psychischen Support!
ich wäre 2017 wieder dabei, denn
Du bist nicht Du
da kann das Projekt ja dann nur heißen; Titelverteidigung, oder?!

Allgemein | Rennberichte | Sport-Wettkampf | 5. August 2016