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Ironman Zürich 2012

Der Geist dominiert den Körper, aber der gibt dann doch das Tempo vor ;-) das könnte der Titel des vergangenen Wochenendes sein. Aber mal von Anfang an.. in Begleitung meiner Mom und meines Physiotherapeuten ging es mit meinem Bus nach Zürich, etwas unsicher, ob meine Entscheidung nun doch zu starten richtig war, war ich mir allerdings schon. Dies Unsicherheit wurde natürlich beim Eintreffen am Wettkampfgelände nicht kleiner, zumal eine Triathlonmesse immer ein Schaulaufen von schnell und gesund aussehenden Athleten und sündhaft teurem High-end-Material ist..-nunja, zumindest materialtechnisch musste ich mich ja wie gewohnt nicht verstecken.. ;-)


Also rasch die Unterlagen geholt und nochmal im Zürichsee testgeschwommen und dann dem Trubel bewußt den Rücken gekehrt-unser Hotel war daher im Hinterland gewählt.
Meine eigentliche Vorbereitung erfolgte dann auf der eigens mitgebrachten Massageliege, wo Dirk noch zweimal täglich meinen periartikuläre Hüftmuskulatur behandelte.
Den Check-in am Samstag dehnte ich bewußt etwas aus und ich versuchte die Atmosphäre „aufzusaugen“ ich traf mich mit einigen anderen Athleten und wir genossen noch das Wetter, welches deutlich besser war als die Vorhersage!
Nach einer relativ kurzen Nacht ging es dann am Sonntag um kurz nach 5 wieder zum Start-Ziel-Bereich -im strömenden Regen, diemal also der Vorhersage entsprechend.. juhu!
Zum Schwimmstart suchte ich mir einen Platz relativ weit außen, um „in Ruhe“ mein Tempo ohne große Rangeleien schwimmen zu können. Nach dem Startsignal lief ich ins Wasser und schlug erstmal eine hohe Pace an und siehe da, ich hatte sofort meine Ruhe und Platz zum Schwimmen. Mit der Zeit suchte ich mir ein ruhiges Tempo und versuchte ruhig zu gleiten, denn auch das Schwimmen hatte ich ja die letzten 3 Wochen (mit Ausnahme von 2 Neotests) aufgegeben.. Ich lag im vorderen Drittel und war damit ganz zufrieden, allerdings hatte ich keinen Überblick über mein Tempo, denn ich hatte bewußt auf eine Uhr verzichtet. Schön ist in Zürich der Landgang zwischen den beiden Schwimmrunden, zum Einen für die eigene Orientierung, zum Anderen auch für die Zuschauer und so entdeckte ich auch meine Mom nach der ersten Runde, die mich wie immer mit vollem Einsatz unterstützte!!
Nach der zweiten Runde kam ich recht entspannt aus dem Wasser, fand mein Rad sofort und auch der Wechsel klappte flott, allerdings krampfte mein linker Oberschenkel bereits beim Anziehen der Radschuhe..
Aufgrund der Witterung entschied ich mich für eine Windweste und Armlinge..-und ich tat gut daran..
Ich fuhr erst einmal etwas ruhiger los und versuchte nicht zu sehr in mich hinein zu hören. Entlang der Seepromenade passierten mich einige flinke Radfahrer und ich versuchte mir immer wieder zu sagen, dass ich einfach nur finishen will, da ich ja nicht wußte wie der Lauf gehen würde.. nach knapp 30 Kilometern dachte ich mir dann allerdings „Hey, radfahren kann ich und wenn das Laufen nun doch schmerzfrei gehen sollte, spricht ja nichts gegen Tempo..“, also Kette rechts und los! Ich machte Boden gut und fühlte mich recht fit..-bis Kilometer 55 -da meldete sich erstmals meine Hüfte, also Tempo wieder etwas runter. Dann zeigte sich das Wetter auch noch typisch für den „Sommer 2012“, es fing an zu schütten und zwar so stark, dass das Wasser auf der Strasse stand. Die Abfahrt, wo ich vor zwei Jahren noch gute 90 fuhr, rollte ich nun vorsichtig mit 30-40 hinab. Anfang der zweiten Runde trocknete es etwas ab und es wurde sogar richtig warm, den ganzen schweißtreibenden Anstieg freute ich mich auf die nun trockene Abfahrt, aber die dunkele Gewitterwolke ließ nichts Gutes vermuten..-pünktlich zur Abfahrt fing es an zu stürmen, zu regnen und zu hageln! Diesmal ging die Abfahrt dann nur noch mit 20, begleitet von laut auf den Helm und schmerzhaft auf den Körper prasselnden Hagelkörnern. Trotzdem machte es irgendwie Spass!! ;-))


Die Wechselzone erreichte ich kurz vor den führenden Frauen (Erika Csomor u. Bella Bayliss). Der Wechsel ging gut und ich lief ohne groß nachzudenken einfach los. Die ersten knapp 2 km lief ich mit Erika Csomor und laut meiner GPS-Uhr mit einem Schnitt von etwas unter 4:20″. Nun meldete sich aber der untere Rücken und meine linken Hüfte, so dass ich auf Kilometer 3, 4 alle paar Meter stoppen musste und versuchte meine Muskulatur rund um die linke Hüfte aufzudehnen. Ich dachte „Auwei, dass wird ein langer Fussmarsch..ABER DNF is NOT an option!!“ Allerdings hatte ich gehofft wenigstenes bis km 15 gut durchzukommen. Ich sah immer mehr Athleten an mir vorbei laufen, aber ich ärgerte mich nicht, sondern ich dachte mir „Hey, es ist ein kleines Wunder, dass ich überhaupt hier und auf der Laufstrecke bin! Geniesse DEINEN Wettkampf, es ist DEIN Rennen, es geht um keinen Platz oder Zeit, es geht nur um den Sieg über Dich selbst und das erreichen des Ziels!“ Ich freute mich, versuchte so oft wie möglich zu lächeln und lief, langsam, aber ich lief!


Es lief sich teilweise etwas ein und die Schmerzen hielten sich von Kilometer 6/7 bis knapp 28 in Grenzen, dann wurden sie doch deutlich mehr und das Tempo daher weniger. Es folgten 10 nicht wirklich schöne Kilometer. Am letzten Wendepunkt begann dann allerdings das Adrenalin die Oberhand zu gewinnen und ich konnte wieder etwas schneller laufen. Die letzten 3 Kilometer waren dann einfach nur genial, ich lief schmerzfrei und genoß die Stimmung, der Zieleinlauf verursachte Gänsehaut und es war wirklich ein sehr emotionaler Moment, den ich zunächst alleine mit mir genossen habe.


Meinen Zieleinlauf als Video findet Ihr HIER

Es war definitiv das härteste Rennen, dass ich je bestritten habe und ich bin sehr stolz unter den widrigen Umständen meiner sogenannten Vorbereitung gefinisht zu haben!

Sicher habe ich den Ironman am Sonntag alleine bewältigt, aber dasss ich überhaupt am Start war, das verdanke ich einigen Menschen die an mich geglaubt haben und mich immer unterstützt haben: Danke Mom&Dad, Danke Alex und Danke Dirk!!!!! (nicht unerwähnt sollen hier auch Enrico von www.massage-richter.de ,die Therapeuten vom RehaFlex Halle und CA Krüger sein! -Danke!)

Natürlich gilt mein Dank auch allen Zuschauern an der Strecke, die allen Athleten trotz des wahrlich nicht sommerlichen Wetters eine unvergessliche Atmosphäre bereitet haben!

Mindestens genauso stolz wie auf mein Finish bin ich allerdings, auf eine ganz besondere Frau, mit der ich zahlreiche Trainigskilometer absolvieren durfte; denn diese hat innerhalb von nur 4 Wochen drei Ironman gefinisht; Regensburg (mit PB!), Frankfurt und schließlich Zürich, wo Sie sich den Sieg in Ihrer AK und den Hawaii-Slot erkämpft hat!! Alex, ich verneige mich vor Dir!!

weitere Bilder in der Galerie „2012 – IM Zürich“!

Allgemein | Rennberichte | 17. Juli 2012


IM Cozumel 2011

Ich hatte mich die letzten Tage trotz der durchwachsenen Vorbereitung noch recht gut auf das anstehende Rennen fokussieren können, auch wenn es ursprünglich mein Saisonhighlight mit der Hawaii-Quali sein sollte, so hatte mich eben aufgrund dieser mäßigen Vorbereitung wieder auf mein ursprüngliches Ziel –nach meiner schweren OSG-Verletzung 2011 noch eine Langdistanz zu finishen besonnen. So begann ich meinen Renntag zwar hochkonzentriert und –fokussiert heute morgen um 4:00 Uhr –aber relativ entspannt und guten Mutes. Ein leichtes Frühstück zu nachtschlafender Zeit (nach einem 3 Tägigen Carboloading sollte dies reichen) und im Shuttle zum Startareal. Mein Rad stand an Ort und Stelle und auch die Reifen hatten die gestrige Mittagshitze unbeschadet überstanden. Ich spulte die üblichen Vort-Start-Gewohnheiten gemeinsam mit Christian Ritter ab. Der Schwimmstart für uns Agegrouper erfolgte 20 Minuten nach dem Profistart, als Wasserstart vor dem Pier des Delphinariums, wobei ich mich in der ersten Reihe einordnete –die knapp 2400 anderen Athleten drücken ganz ordentlich von hinten, so dass es schwer fiel hinter der Startlinie zu bleiben –einige Athleten nahmen dies auch nicht so genau und hatten daher kanpp 50 Meter weniger zu schwimmen ;-(

Nach dem Start hatte ich sofort relativ viel Platz, da ich mich entschied recht hart anzuschwimmen –zunächst knapp 8-900 Meter gegen die ordentlich drückende Strömung, dann kurz quer und schließlich gut 2 Kilometer mit der Strömung, die Führungsgruppe war recht flott unterwegs, so dass ich mich an die Spitze der Verfolger setzte –auch wenn Wasserschatten sicher etwas Kraft spart, so schwimme ich, auf meine Schwimmleistung vertrauend, lieber vorne als in der Waschmaschiene diverser Beinschläge. Auch an der letzten Wendeboje konnte man erneut einige Athleten der Spitzengruppe sehen, die die Streckenführung leider nicht so genau nahmen.. ;-(

Ich schwamm das lange Stück mit und den letzten Kilometer gegen die Strömung recht flott und freute mich, das ich gut glitt –ich begriff, dass die Form da war und da man beim Schwimmen doch auch Zeit zum nachdenken hat,war ich nun heiß und wollte meinen Slot –ich sah mich bestätigt, nachdem ich aus dem Wasser kam und der Radbeutelständer und die Wechselzone noch fast vollständig gefüllt waren.. (wie ich später erfuhr war meine Schwimmzeit mit 51 Minuten auch völlig ok)

Ich fand meinen Beutel und auch mein Rad auf Anhieb, daß beim Wechsel die Einstiegshilfe meines High-end-Triahtlonradschuhs abriss irritierte mich überhaupt nicht.

Ich schob mein Rad den langen Weg durch die Wechselzone und stieg auf,

der erste Antritt fühlte sich sehr gut an, dennoch hielt ich meine Herzfrequenzvorgabe ein, um nicht zu überpacen. Ich hielt mich strikt an meine Trink- und Essintervalle und trotz des leichten Gegenwinds auf den ersten 30 Kilometern rollte es ganz gut –ich war voll im Soll ;-))

Ich „sammelte ca 6-7 Athleten ein“, bis dahin ein absolut sauberes Rennen! Bei Kilometer 35 fing mich eine Gruppe von 5 Atlethen in bester Mannschaftszeitfahrmanier ab –auch den belgischen Kreisel konnten sie wirklich gut!!! Sich fair gegen diese Gruppe wehrend und gemeinsam mit mir über selbige aufregend, erkannte ich Thomas J. Vonach, den Freund und Trainer von Yvonne van Vlerken. Wir tauschten uns kurz aus, ob wir resignieren und mitkreiseln sollten oder ob wir uns fair wehren wollen –eigentlich keine Überlegung, sondern eine klare Sache..

Ca. bei Kilometer 60 hatte ich die Gruppe deutlich hinter mir gelassen –denn die Entscheidung war „einfach vorne raus fahren“ ;-)) allerdings war dann auch Thomas weg!??!

Es lief also großartig, die Beine waren gut, das Tempo hoch und der Puls passte! Mein Bein hatte sich zwar kurz gemeldet, aber es war ein unterschwelliger, absolut tolerierbarer Schmerz und ich war heiß auf den Slot… mir fiel einmal mehr der gute Rocky Balboa ein: „It´s not about how hard you hit, it´s about how hard you can get hit and still move on!“ ..ich dachte mir also, „Hey, Körper, Dir muß da schon mehr einfallen um den Kopf zu überwinden..!“

Durch das „nach vorne fahren“, war die zweite Runde etwas flotter als die erste und der Kurs lag bei ca 4:45 Stunden:Minuten als Hochrechnung für die 180Km.

Bei Kilometer 97 bremste ich zur Verpflegungsstelle etwas ab, da meine „Vorräte“ nun zur Neige gingen, ich lud ordentlich nach und wollte anschließend im Wiegetritt hochbeschleunigen, als plötzlich irgendetwas laut knackte und unter mir wegbrach, ich prallte mit dem Oberkörper auf den Lenker und kam ins straucheln konnte mich aber glücklicherweise abfangen, so dass ich nicht stürzte. Ich hielt an und sah nun das ganze Malheur: meine rechte Pedalachse war komplett aus dem Pedalkörper herausgebrochen!!!

FU……….K!! ich war vollkommen sprach- und gefühllos in diesem Moment –mir fehlten die Worte….ein solch verkorkster Saisonbeginn, dann der harte Weg zurück und dann DNF?!!

Wohl oder übel rollte ich nun mit Rückenwind einbeinig zurück in Richtung Hotel, irgendwann hatte ein Mexikaner Mitleid und nahme mich hinten auf sein Moped –mit geschultertem Rad ging mein Rennen also zu Ende.. DANKE Adrian, für den weltbesten Soziusplatz –er erzählte mir, dass er Lifeguard ist und nächstes Jahr seinen ersten 70.3 und auch den Ironman Cozumel 2012 machen will –als kleines Dankeschön schenkte ich ihm meine Radflaschen..

Erst zurück im Hotel brach es dann aus mir heraus, ich war nun tief traurig und hab auch einige Tränen vergossen, aber nach zwei tröstenden Packungen Schokokeksen und zwei Bier war ich wieder soweit gefestigt, dass ich ein Shuttle in die Stadt nahm und mir den Rest des Rennens ansah! Leider lief es auch für Christian dann hintenraus nicht mehr wirklich, er ist in Führung liegend bei Laufkilometer 30 „geplatzt“! -feel sorry for him!

Ich wäre nun nicht ich, wenn ich meinen Plan nicht weiter verfolgen würde und der eine oder andere Umweg hat mich ja bekanntlich auch noch nie davon abgebracht.

Wie also nun weiter? –zunächst Saisonpause mit Bewegung nach Lust und Laune (ein Narr, wer denkt die Saisonpause eines Triathleten wäre triathlonfrei…-selbstverständlich ist das nicht der Fall! ;-)

;-)))))

Im Anschluss geht es für mich am 2. Weihnachtsfeiertag mit Ute Mückel und Ihrem Team nach Fuerteventura ins Las Playitas um meine Saison 2012 einzuleuten.. denn mit zwei bereits gemeldeten Hawaii-Qualifiern geht es für mich 2012 in jedem Fall nach Hawaii.. JAWOHL!

Und hey, mit Cozumel hab ich nun ja auch noch eine Rechnung offen…

Zunächst wird es in den nächsten Tagen auf dieser Seite sicher etwas ruhiger als zuletzt, aber ich werde Euch weiter auf dem Laufenden halten –also keep click´n!

Und nochmals eine riesengroßes MERCI für´s mitfiebern und den zahlreichen mentalen Support via www!!!!!!!!!!!

Rennberichte | 26. November 2011


MD Bad Kissingen 2011

Aufgrund meiner langen Verletzungspause schien meine Wettkampfsaison ja bereits im Mai gelaufen, aber nachdem ich nun seit knapp 6 Wochen wieder laufen kann und meine Form auch besser war als ich in den Wochen nach der Verletzung jemals gedacht hätte, wollte ich diese Saison doch noch einen Wettkampf hier in Deutschland bestreiten -auch als Formtest für meinen Start auf Cozumel im November.

Patrick und ich hatten uns hier die Mitteldistanz beim Main Post Triathlon in Bad Kissingen ausgesucht, Schwimmen sollte im 50m Becken stattfinden, die Radstrecke ließ, da Bad Kissingen mitten in der Rhön liegt, einige Höhenmeter erwarten und auch die Laufstrecke sollte etwas wellig sein.

Ohne große Erwartungen und mit meinem Trainingslaufradsatz mit einem Leistungsmesssystem fuhren wir also nach Bad Kissingen, ich kam direkt aus meinem Trainingslager in Bayern und ohne große Taperingphase. Auch mein Trainer Patrick Eder reiste extra zur Betreuung und Unterstützung an!

Das Schwimmen war bei 23°C ohne Neo im Terrassenschwimmbad in Kissingen, die Einordnung der Starter auf den Bahnen erfolgte anhand Ihrer vorraussichtlichen Schwimmzeit -ich fand mich auf der schnellsten Bahn 1, gemeinsam mit den beiden Europacup-Athleten aus Postdam P.Krell und A.Zielke. Diese machten auch sofort mit dem Startschuss ernst und ich musste bereits nach 400m abreissen lassen -allerdings konnte ich schon im Wasser erkennen, dass auch nach mir eine größere Lücke reißt ;-)

Ich entstieg dem Becken nach soliden 27:11 min:sek auf Position 3 liegend. Der Wechsel war soweit in Ordnung und so stürzte ich mich das erste Mal den Hügel auf dem die Wechselzone lag hinunter auf die Radstrecke. Zunächst ging gefühlt erst mal nichts und die Beine waren sofort am ersten Anstieg blau… aber was heißt hier erster Anstieg?!? -die Radsrecke ging die ersten 5-6 Km stetig bergauf, dann ca. 4 Km wellig zum Wendepunkt und zurück zur Wechselzone -auf besagtem Hügel.. Am ersten Wendepunkt erkannte ich, dass auch die beiden Postdamer nur mit Wasser kochten und nicht wirklich weg kamen ;-) und ich sagte mir „hey, es soll ein Formtest sein.. -also alles was geht und schauen was hintenraus passiert..“ auf der langen Abfahrt in der ersten Runde verhakte sich aus einem mir unerfindlichen Grund, schließlich fahre ich das Rädchen exakt so seit tausenden Kilometern..?!, der Trittfrequenzmessmagnet in der Kette, so dass ich den größten Gang bergab nicht nutzen konnte ;-(

hier ein Bild am Anstieg zum zweiten Wendepunkt, bzw der Wechselzone:

Dank der übersichtlichen Strecke und der Ansagen von Patrick war mir klar, dass ich trotzdem auf die beiden Führenden aufholte. Im Anstig der dritten Runde sprang mir dann die Kette beim Schalten einmal ganz ab -ich musste kurz stoppen und Hand anlegen..zum Glück ging hierbei auch der Trittfrequenzmagnet verloren, so dass ich dann auch endlich wieder den dicksten Gang verwenden konnte.. und so konnte ich Ende der dritten Runde auf Platz 2 vorfahren!

Ich erreichte die Wechselzone mit ca. 40 Sekunden Rückstand auf Platz 1 mit dem schnellsten Radsplit des Tages und war gespannt, was meine Beine beim Laufen noch hergeben würden.

Ich startete die ersten 3 Kilometer in jeweils unter 3:30 (ok, es ging eben auch bergab), beim Einbiegen in den Kurpark, der in der prallen Sonne lag, erreichte ich dann allerdings auch gefühlte 44°C Körpertemperatur. Hier fand sich leider auch keine Verpflegungstelle, dies war allerdings auch so ziemlich das einzige Manko der Premierenveranstaltung in Kissingen! Beim Ereichen der Wechselzone nach den ersten 5 Kilometern hatte der Führende Philip Krell bereits 4 Minuten Vorsprung! aber ich sagte mir nach nur 6 Wochen Lauftraining ist das auch nicht erstaunlich, wollte mir aber unbedingt beweisen, dass es noch geht und versuchte das Tempo so hoch wie möglich zu halten -ich pendelte mich bei einem Tempo zwischen 4:25 und 4:35 ein und nutzte bei nunmehr ca. 32°C Außentemperatur jede Möglichkeit der Kühlung; trotzdem holte mich eingangs der 4 Runde Axel Zielke ein und ich fiel wieder auf Platz 3 zurück, nachdem er mich überholt hatte, konnte er gleich ein ca. 70-80m großes Loch reißen, aber dann auch nicht mehr.. Ich biss mich fest und bei Kilometer 17-18 konnte ich wieder aufschließen. Wir liefen ca. einen Kilometer gemeinsam, ich dachte mir in einem Zielsprint würde ich definitiv unterliegen, also versuchte ich bereits am Fuße des Hügels zur Wechselzone das Tempo zu verschärfen und alles auf eine Karte zu setzten..und siehe da, Axel konnte nicht folgen.. ich erreichte tatsächlich als zweiter das Ziel! wäre es allerdings nur 100m weiter gewesen, ich wäre vermutlich ins Koma gefallen ;-))

Ich bin überglücklich, denn 15 Wochen nach meiner Verletzung und der radiologischen Meinung, dass sportliches Laufen mit diesem Sprunggelenk wohl nicht mehr möglich sein würde, zeigte dieser Formtest nicht nur, dass mein Sprunggelenk vollkommen wieder hergestellt ist, sondern auch, dass meine Form bereits wieder mehr als passabel ist und Cozumel in 11 Wochen ruhig kommen kann ;-)))

Rennberichte | 15. September 2011