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IM Lanzarote 2013 - Oder das wahrscheinlich längste Quali-Rennen der Welt.

Der Ironman Lanzarote gilt als der härteste Ironman der Welt, zum Einen aufgrund der 2550 Höhenmeter auf der Radstrecke und zum Anderen wegen der ja in meinen News schon mehrfach gewürdigten Winde. Das kann ich durchweg bestätigen, aber eins nach dem Anderen.

Der Tag begann zeitig um 4:30, das Hotel hatte sich auf die rund 15 dort nächtigenden Athleten gut eingerichtet und bot ein frühes Frühstück an, ich beschränkte mich um 5:00 auf zwei Nutella-Toasts. Dann ging es die knapp 4 Kilometer zur Wechselzone mit einem geliehenen Rennrad, denn mein Rad durfte ja nach dem Check-In am Freitag schon draußen übernachten.

Die Wechselzone ist vor einem Ironman immer ein heilloses Durcheinander –von oben vermutlich einem Ameisenhaufen gleichend, trotzdem versuchte ich Ruhe zu bewahren und mein Rad mit meiner Rennverpflegung zu bestücken und die üblichen Vor-Start-Rituale zu absolvieren, vor allem Ruhe bewahren gelang mir wirklich gut –bis ich mich in meinen Renneinteiler zwängen wollten, denn hier merkte ich, dass mein Pulsmeßgurt weg war! Ich hatte ihn aber sicher eingepackt, also die ganze Tasche mehrfach durchsucht –nichts! Ok, dann eben wieder ohne Puls.., ich wollte aber das Rennen eigentlich sehr kontrolliert angehen, daher nochmal quer durch das ganze Wechselzonengewusel zurück zum Rad –nur hier könnte er aus der Tasche gefallen sein, aber am Boden lag nichts, doch im Zaun nahe meines Rades hatte vermutlich ein anderer aufmerksamer Athlet meinen Gurt deponiert! Uff, aber die Ruhe war jetzt überschaubar..
Pünktlich zum Umziehen wurde dann der leichte Nieselregen stärker und auf dem Weg zum Schwimmstart schüttete es recht ordentlich –egal, ich hatte ja einen Neo an (armer Dirk!).
Der Schwimmstart ist ein Landstart und erfolgt zeitgleich für Profi´s und Altersklasseathleten, es stürzen sich also rund 1900 Athleten gleichzeitig in die Fluten –ein echtes Highlight im Triathlon & sonst wohl in keiner anderen Sportart zu erleben!


Es waren so aber die toughesten 160m die ich je im Wasser erlebt habe –der Weg bis zur ersten Boje, eine einzige Prügelei! Dort biegt man dann auf eine ca. 800m lange gerade, ab der Hälfte etwa konnte ich mein Tempo schwimmen, zwischen den beiden Schwimmrunden geht es für ca. 20m an Land und in der zweiten Runde konnte ich dann nochmal gut zulegen und schön gleiten –bereits hier mussten einige Profi´s (erkennbar an der Badekappenfarbe) dran glauben ;-)) Nach 54:06 Min:Sek beendete ich die 3,8 Kilometer im Wasser und somit die erste Disziplin.

Der Wechsel lief glatt, allerdings spiegelt sich das dank der langen Wege nicht in der Wechselzeit wieder. Auf dem Rad bin ich dann wie mit meiner erfahrenen Trainerin Ute vorher besprochen wirklich verhalten los gefahren –denn bis etwa km 120 hat man zu ¾ Gegenwind & bis dahin verstecken sich auch nahezu alle der 2550 Höhenmeter, so dass erst hier das eigentliche Rennen anfängt..
Die ersten 30 Kilometer regnete es stellenweise noch und die Strassen waren nass, so dass die Kurven und Kreisverkehre mit doppelter Vorsicht anzusteuern waren. Der Wind blies mit mäßiger Stärke, also zusätzlich noch keine einfacheren Bedingungen.
Ich muss zugeben, es fiel mir zeitweise etwas schwer den einen oder anderen Athleten „ziehen zu lassen“ aber ich hoffte es würde sich auszahlen, hier war sicherlich hilfreich, dass ich ja mittlerweile doch schon etwas an Erfahrung mit auf die Langdistanz bringe.

Bei einer Ortsdurchfahrt nach rund 60 Kilometern erwischte ich eine Bodenwelle, die ich zu spät gesehen habe etwas unglücklich und ich verlor eine Trinkflasche sowie meine Pumpe und meine CO2-Patrone –jetzt also bloß kein Platten (ich greife mal vor, ich blieb verschont!).
Der lange Anstieg nach Los Nieves rollte soweit gut und die mittlerweile zum Glück abgetrocknete verwinkelte Abfahrt danach war trotz des Windes recht gut machbar.
Der zweite lange Anstieg zum Mirador del Rio zog sich dann etwas, hier hat man aber den schweren Teil der Radstrecke hinter sich und man dreht in den Wind, so dass die Abfahrt und der Rückweg dann weitestgehend flott zu absolvieren ist, aber trotzdem 180 Kilometer bleiben 180 Kilometer.. Die letzen Kilometer nahm ich Tempo raus um die Beine noch etwas zu lockern. Nach 5:31:23 Std:Min:Sek erreichte ich die zweite Wechselzone.

Auch der zweite Wechsel verlief ganz ordentlich, ich habe mir bewußt Zeit genommen meine Füße sandfrei zu bekommen und ganz sicher zu gehen, dass die Socken richtig sitzen –ich wollte schließlich kein „Mallorca-Blasen-Dejavús“.
Aus dem Wechselzelt heraus lief ich zeitgleich mit einem mir bekannten und geschätzem Athleten und Ex-Hallenser Matthias Raeke (der sich mit einem beeindruckenden 18. Platz seinen Hawaii-Slot in der Ak 40-44 sicherte. Nochmals „Glückwunsch Matze“!), der als wirklich guter Läufer auch gleich mächtig loslegte, da sich meine Beine gut anfühlten ging ich mit.
Der erste Kilometer ging in 4:03, der zweite in 4:08, ich rief mir Utes Worte ins Gedächtnis und vor allem meinen „Hitzschlag“ beim Ironman Cozumel nach zu schnellem angehen, daher wünschte ich Matze ein gutes Rennen und nahm „deutlich“ Tempo raus, ich pendelte mich bei 4:30 pro Kilometer ein und versuchte sauber zu laufen. Ich fühlte mich wirklich gut und so entschied ich (eigentlich gegen Utes Ansage) bei dieser Pace zu bleiben, die ersten 9,.. Kilometer blies der Wind von vorne, trotzdem ging es gut. Nach der Wende ging es dann mit dem Wind im Rücken bei gleicher Pace zurück zur Wechselzone. Wasser, Schwämme und Kohlenhydratgels immer nach Plan konsumierend.
Beim Halbmarathon zeigte die Uhr 1:24:.. Std:Min:Sek, sauber! So langsam hatte ich Angst „zu platzen“, aber es ging weiter gut. Mein Physio Dirk leistete in Kommunikation mit meiner Trainerin Ute am heimischen PC ganze Arbeit was Abstände und motivierende Zurufe anging.
Häufig hatte ich mich in vergangene Rennen nach hinten orientiert und so das Rennen schon zu Beginn der dritten Disziplin verloren, diesmal gelang es mir –auch durch die Information bezüglich der Platzierungen & die Aussicht auf einen gemeinsamen Kaffee mit Ute am Kaffeeboot in Kona im Oktober- mich nach vorne zu orientieren und so Boden gut zu machen!!
Auf dem Rückweg der zweiten Runde hatte ich kurzzeitig mir etwas Magenkrämpfen zu tun und mit immer stärker schmerzenden Oberschenkeln, die Pace ging daher etwas zurück. Ab Kilometer 35 schmerzten die Oberschenkel brutal und es fiel schwer positives zu denken –aber es gelang!
Schließlich trug mich die Aussicht auf einen Platz unter den Top 30 (bei Wendpunktstrecken kann man sich immer sehr gut orientieren..) und auf einen Hawaii-Slot ins Ziel. Mir gelang eine Marathon in 3:18:02 Std:Min:Sek und eine Zielzeit von 09:52:23 Std:Min:Sek!!
Bei der Rückgabe des Zeitmeßchips erhält man in Lanzarote neben dem Finisher-Shirt noch einen Ausdruck über seine Zeiten und Platzierungen und dieser war von mir jetzt besonders begehrt..-hier stand es schwarz auf weiß AK-Platz 4, Gesamtplatz 27!!!

Das heißt bei 6 WM-Plätzen in meiner Altersklasse hielt ich quasi mein Ticket-to-Kona in der Hand!!!!!!!!!


Ich habe schon einiges an Emotionen erlebt nach Wettkämpfen, aber heute stand ich da in der Wechselzone und hatte mächtig feuchte Augen –eine unterschwellig immer vorhandene Last fiel von mir ab..-sensationell. Ich bin über glücklich und freue mich auf die Slot-Vergabe morgen und noch viel mehr auf eine Reise nach Hawaii im Herbst. Aloha!

An dieser Stelle möchte ich exemplarisch einigen Menschen danken, ohne die ich nicht da wäre wo ich nun bin & dies niemals gelungen wäre, da sie mich immer unterstützt und an mich geglaubt haben.
Danke:

Ute, Alex, Dirk, meine Eltern & Katja

Weiterer Dank geht an meine Sponsoren und Partner -ohne diese wäre eine solche Leistung nur schwer machbar!
Die ersten Bilder gibt es auch bereits in der Galerie 2013 – IM Lanzarote!

Allgemein | Rennberichte | Sport-Wettkampf | 19. Mai 2013


Ironman Cozumel 2012

Eines vorab, mein, von den äusseren Bedingungen her, definitiv härtestes Rennen bisher -der IM Cozumel muss sich wohl nicht hinter Hawaii verstecken..-man beachtet die endlose lange Liste der DNF´s!

Vielen, vielen Dank an alle, die an mich gedacht & die Daumen gedrückt haben und oder live am Rechner saßen!!! es ist toll solche Freunde zu haben!!!!!!!
Ein weiterer riesengroßer Dank geht an alle Sponsoren und Partner, die mir vieles vereinfachen und ohne deren Unterstützung ein solches Projekt nur schwerlich möglich wäre!
Für alle Leser dieser Seite, es lohnt immer ein „click“ auf die Logos meiner Sponsoren & Partner, denn hinter allen Dienstleistungen und Produkten stehe ich 100%-tig und kann sie uneingschränkt weiter empfehlen!!!

Nun zum Renntag; dank absolut üppigen Schlafes in den letzten Tagen, war es nicht schlimm, dass die letzte Nacht mit eher wenig Schlaf verlief.. Pünktlich um 4:30 klingelte der Wecker und nach einem sehr sparsamen Frühstück ging es um 5:30 mit dem Shuttle zur Wechselzone. Dort angekommen war es schon arg voll, denn, dem Kapitalismus sei Dank, hatte die WTC satte 3000 Mal Startgeld kassiert, äh Starter zugelassen…
So richtig entspannt war ich dann also nicht mehr..


Zum Schwimmstart ging es wie 2011 mit langem Anstehen in Dreierreihe über den schier endlosen Steg des Delphinariums, an dessen Ende dann ein kühner Sprung ins lauwarme nass.. Schon gleich war merklich, dass die Strömung brutal war.., man konnte kaum mit vollen Brustzügen an der Startlinie bleiben. Folglich waren die ersten 800 Meter gegen die Strömung kein wirklicher Spass, die lange Gegengrade wuppte dann ganz gut. Ich entschied mich allerdings, nicht wie sonst alleine zu schwimmen, sondern blieb in einer recht flotten Gruppe um Kraft zu sparen -der Tag würde ja noch lang genugwerden-. Nach der letzten Wende ging es dann nochmal einige hundert Meter gegen die Strömung -und, meine Fresse, trotz richtig Druck ging es kaum nach vorne..-so dass ich dann froh war endlich den Ausstieg zu erreichen! Die Uhr zeigte eine 58´er Schwimmzeit -ich hatte mir mehr erwartet -allerdings war ich, trotz der Bedingungen, sicher auch dank der Gruppentaktik etwas weniger ausbelastet als sonst! (im Vorjahr bin ich ohne Gruppe noch eine 51´er Zeit geschwommen! -die Strömung war also doch recht massiv..)
Es folgte der recht lange Wege durch T1, meinen Wechselbeutel und mein Rad habe ich auf Anhieb gefunden, nur der Wechsel an sich hätte flotter seien können, aber die Kompressions- & Cooling-Ärmlinge wollten einfach nicht über die Arme.
Mit dem Rad ging es dann nochmal knappe 400 Meter duch die Wechselzone um dann endlich auf die Radstrecke einzubiegen.
Ich fuhr mit verhaltenem Druck los. Nach knappen 10 Kilometern erreicht die Küstenstrasse dann direkt die ungeschützte Ozeanfront, aber der Wind war zum Glück noch recht verhalten. Mit erschrecken stellte ich fest, dass mein Herzfrequenz-Sender nicht funktionierte..-„OK, who cares, danke Garmin, dann eben nach Gefühl..“ (Dank jahrelangem Training mit HF-, TF- und Watt-Messung sollte dies aber unproblematisch und abschätzbar sein..).
Ich fand schnell meinen Rhythmus und überholte in der ersten Runde komntinuierlich -so auch u.a. Sonja Tajsich gegen Ende der ersten Runde.. 1:30 für die ersten 60 km -es rollte gut ;-)
Ich war TOP motiviert und hatte Sprüche wie „Hit´em hard“, „Go big!“ und „go for the slot“ im Kopf!
In Runde zwei frischte der Wind dann bereits deutlich auf und auf der 25km Geraden entlang der Wasserkante fiel das Tempo um 5-6 Km/h.
Seit Mitte der erste Runde folgte mir ein Agegrouper, den ich zuvor überholt hatte, in ca. 5-7 Metern Abstand und auch meine, meinen Unmut anzeigenden Gesten schienen Ihn nicht zu stören

-Ey, Ihr Athleten da draußen Ihr seid selbst verantwortlich für fairen Sport!! so do it damned!!!

Erst ein Wettkampfricher, der auf dem Mofa vorbeikam bremste Ihn dann etwas aus, allerdings musste ich auch diesen erst auf das unsportliche Verhalten hinweisen..
Am Ende von Runde zwei passierte ich Mareen Hufe und Heidi Sessner (vormals Jesberger) -die Damen waren immerhin 17 Minuten vor den Agegroupern gestartet! (ach ja und so einige männliche Pro´s mussten auch immer wieder daran glauben..)
In Runde drei nahm der Wind nochmals zu und ich hatte zwischen Kilometer 130 und 150 leichte Magenprobleme und konnte nichts zu mir nehmen -beides nahm etwas Tempo.. Daher wurde ich hier auch von einem Agegrouper überholt.., man bemerke, dies war der einzige der mich im ganzen Radpart überholt hat!! ;-)))
Ab Kilometer 150 ging es wieder besser und ich konnte nochmal Kalorien und Flüssigkeit für den Lauf bunkern, ab Kilometer 170 nahm ich etwas Druck raus und erhöhte die Trittfrequenz, um die Beine zu lockern. Am Ende stand eine 4:53 -für die Bedingungen absolut zufriedenstellend!
Das Rad wird einem auf Cozumel in T2 abgenommen und man kann direkt mit seinem Wechselbeutel ins Umkleidezelt, der Wechsel verlief ganz OK -aber auch mit Potential..
Also raus auf die Laufstrecke in die pralle Sonne..-im Nachhinein erfuhr ich, dass ich als erster Agegrouper auf die Laufstrecke ging!! -Wow!
Die Hitze stand in der Stadt, trotzdem , die Beine fühlten sich gut und LOCKER an, ich ließ es einfach laufen.. Km 1 4:10, Km 2 4:12; ich nahm mich bewußt zurück Km 3 4:30, Km 4 4:30.. die Hitze auf der Strasse blieb vermutlich gleich, aber ich fing an zu kochen.. „F..k!! mach jetzt bloß nicht den Marino!!“ also Tempo raus, jede Verfplegungstelle 3x Wasser 1 1/2 trinken, 1 1/2 über Kopf und Körper; dazu hatte ich einen Handschuhwaschlappen dabei um ihn mit Eis zu füllen..-also mit Eis voll und in den Nacken, Eiswürfel in den Einteiler… Die Pace fiel gefühlt ins bodenlose.. Auf den ersten 7 Kilometern überholten mich bereits zwei Athleten meiner AK.. -Ich dachte darüber nach wie ich den Marathon bloss überstehen würde und fühlt mich an Christian und Horst erinnert (Ritter und Reichel), die beide im letzten Jahr auf der Laufstrecke hitzebedingt „geplatzt“ waren..
Ab Kilometer 10-11 ging es so langsam wieder, irgendwo zwischen 4:45 und 5:00 -naja, nicht berühmt aber es würde mich ins Ziel bringen. Viel Eis, Wasser und wenige Kilometer später sah ich sämtliche Slot-Illusionen davon flimmern und wollt nur noch finishen -denn DNF is NEVER an option!!!
Für alle die jetzt sagen, klarer Fall von over-pacing auf dem Rad, naja, so einfach ist es nicht, denn muskulär wäre durchaus mehr gegangen, aber mein Limit war heute klar die Thermoregulation..
Die dritte und letzte Runde war etwas besser -nicht wirklich schneller aber angenehmer, denn 1. versetzt der Kopf ja Berge, wenn er weiß, man wird es schaffen.. und 2. stand die Sonne tiefer, so dass zumindest zeitweise Schatten hinter den Häuserfronten bestand!

Raus zum Wechselpunkt sah ich dann leider Yvonne van Vlerken gehen, sie stieg aufgrund von Magenproblemen aus..-was mich meine Wette verlieren ließ..-ich wähnte sie unter den Top 3; daher muss ich nun Alex das Rad putzen und verpacken und werde nicht von ihr mit schön dekorierten Nachtischtellern verwöhnt ;-(

Das der Kopf wirklich Berge versetzen kann beweisen die letzten beiden Kilometer..4:40, 4:35..

(Laufkilometer 42 -Danke HHT für das Bild!)


Ein Marathon von 3:42 ist nicht das, was ich mir erwartet hatte, daher steht im Ziel bei mir nur eine 9:40:17.
Aber was soll´s -once again „I am an Ironman!“

Unmittelbar nach dem Zieleinlauf überwog bei mir die Enttäuschung über den in meinen Augen desaströsen Marathon und eine vermutlich fernab meiner Erwartungen liegende Platzierung, aber im Nachhinein, nach anschauen der Ergebnislisten wich die Enttäuschung doch zunehmend dem Stolz, über das geleistete:
Agegroup Rank: 7 (–>ca. 400 Starter, 265 im Ziel!)
Overall Rank: 52 (–> 3000 Starter und ca 1000 Dnf´s!! u.a. Y. v. Vlerken, Horst Reichel, Michi Göhner)
Swim: 58:09
Bike: 4:53:03
Run: 3:42:04
Overall: 9:40:17

Zur Einschätzung; ich bin zweitschnellster Deutscher geworden,
nur Profi Stefan Schmid war schneller!
Hier nochmal Glückwunsch an den sympathischen Jungprofi, der Gesamtplatz 9 erreichte!!

Ich bin als erster Agegrouper auf die Marathonsrecke und am Ende waren nur 21 Agegrouper schneller als ich.
Mein Radsplit ist insgesamt der 3. schnellste aller Agegrouper -in meiner Ak ist es der schnellste!!!
nach dem Radpart lag ich auf Gesamtplatz 33.
-das tröstet etwas über die nur 7. schnellste Laufzeit (der Agegrouper) hinweg ;-)

Achja und Dirk Bockel belegt mit einem 4:30 Marathon einen 83. Platz -Respekt fürs finishen! ist ja im Rahmen der Punktejagt nicht selbstverständlich für einen Pro.

So gesehen haben sich also meine vorherigen Ansagen erfüllt..-ganz vorne vom Rad und dann weiter schauen! Und auch das Motto stimmte, es war undenkbar weit weg von „making love“, denn auf der Laufstrecke hat sich eigentlich kein Schritt gut angefühlt.. ;-)

Nicht unerwähnt soll hier Alexandra Mitschke bleiben, die in Ihrem fünften (5!) Ironmanrennen in nicht ganz 6 Monaten eine 11:00:04 ablieferte und wiedermal gefährlich nah am Slot ist..
-we will see tomorrow!! (bei der Slotvergabe) get those $ ready.. ;-)

Bilder des Rennens werden im Rahmen der mexikanischen Gelassenheit irgendwann zwischen nächster Woche und Pfingsten folgen.. ;-)

Für mich heißt es nun erstmal für die nächsten Tage…


Diese Zeit werde ich nutzen und mir so meine Gedanken machen, wie es kommende Saison weitergehen wird!
-I will keep you informed..

Allgemein | Rennberichte | 26. November 2012


Ironman Zürich 2012

Der Geist dominiert den Körper, aber der gibt dann doch das Tempo vor ;-) das könnte der Titel des vergangenen Wochenendes sein. Aber mal von Anfang an.. in Begleitung meiner Mom und meines Physiotherapeuten ging es mit meinem Bus nach Zürich, etwas unsicher, ob meine Entscheidung nun doch zu starten richtig war, war ich mir allerdings schon. Dies Unsicherheit wurde natürlich beim Eintreffen am Wettkampfgelände nicht kleiner, zumal eine Triathlonmesse immer ein Schaulaufen von schnell und gesund aussehenden Athleten und sündhaft teurem High-end-Material ist..-nunja, zumindest materialtechnisch musste ich mich ja wie gewohnt nicht verstecken.. ;-)


Also rasch die Unterlagen geholt und nochmal im Zürichsee testgeschwommen und dann dem Trubel bewußt den Rücken gekehrt-unser Hotel war daher im Hinterland gewählt.
Meine eigentliche Vorbereitung erfolgte dann auf der eigens mitgebrachten Massageliege, wo Dirk noch zweimal täglich meinen periartikuläre Hüftmuskulatur behandelte.
Den Check-in am Samstag dehnte ich bewußt etwas aus und ich versuchte die Atmosphäre „aufzusaugen“ ich traf mich mit einigen anderen Athleten und wir genossen noch das Wetter, welches deutlich besser war als die Vorhersage!
Nach einer relativ kurzen Nacht ging es dann am Sonntag um kurz nach 5 wieder zum Start-Ziel-Bereich -im strömenden Regen, diemal also der Vorhersage entsprechend.. juhu!
Zum Schwimmstart suchte ich mir einen Platz relativ weit außen, um „in Ruhe“ mein Tempo ohne große Rangeleien schwimmen zu können. Nach dem Startsignal lief ich ins Wasser und schlug erstmal eine hohe Pace an und siehe da, ich hatte sofort meine Ruhe und Platz zum Schwimmen. Mit der Zeit suchte ich mir ein ruhiges Tempo und versuchte ruhig zu gleiten, denn auch das Schwimmen hatte ich ja die letzten 3 Wochen (mit Ausnahme von 2 Neotests) aufgegeben.. Ich lag im vorderen Drittel und war damit ganz zufrieden, allerdings hatte ich keinen Überblick über mein Tempo, denn ich hatte bewußt auf eine Uhr verzichtet. Schön ist in Zürich der Landgang zwischen den beiden Schwimmrunden, zum Einen für die eigene Orientierung, zum Anderen auch für die Zuschauer und so entdeckte ich auch meine Mom nach der ersten Runde, die mich wie immer mit vollem Einsatz unterstützte!!
Nach der zweiten Runde kam ich recht entspannt aus dem Wasser, fand mein Rad sofort und auch der Wechsel klappte flott, allerdings krampfte mein linker Oberschenkel bereits beim Anziehen der Radschuhe..
Aufgrund der Witterung entschied ich mich für eine Windweste und Armlinge..-und ich tat gut daran..
Ich fuhr erst einmal etwas ruhiger los und versuchte nicht zu sehr in mich hinein zu hören. Entlang der Seepromenade passierten mich einige flinke Radfahrer und ich versuchte mir immer wieder zu sagen, dass ich einfach nur finishen will, da ich ja nicht wußte wie der Lauf gehen würde.. nach knapp 30 Kilometern dachte ich mir dann allerdings „Hey, radfahren kann ich und wenn das Laufen nun doch schmerzfrei gehen sollte, spricht ja nichts gegen Tempo..“, also Kette rechts und los! Ich machte Boden gut und fühlte mich recht fit..-bis Kilometer 55 -da meldete sich erstmals meine Hüfte, also Tempo wieder etwas runter. Dann zeigte sich das Wetter auch noch typisch für den „Sommer 2012“, es fing an zu schütten und zwar so stark, dass das Wasser auf der Strasse stand. Die Abfahrt, wo ich vor zwei Jahren noch gute 90 fuhr, rollte ich nun vorsichtig mit 30-40 hinab. Anfang der zweiten Runde trocknete es etwas ab und es wurde sogar richtig warm, den ganzen schweißtreibenden Anstieg freute ich mich auf die nun trockene Abfahrt, aber die dunkele Gewitterwolke ließ nichts Gutes vermuten..-pünktlich zur Abfahrt fing es an zu stürmen, zu regnen und zu hageln! Diesmal ging die Abfahrt dann nur noch mit 20, begleitet von laut auf den Helm und schmerzhaft auf den Körper prasselnden Hagelkörnern. Trotzdem machte es irgendwie Spass!! ;-))


Die Wechselzone erreichte ich kurz vor den führenden Frauen (Erika Csomor u. Bella Bayliss). Der Wechsel ging gut und ich lief ohne groß nachzudenken einfach los. Die ersten knapp 2 km lief ich mit Erika Csomor und laut meiner GPS-Uhr mit einem Schnitt von etwas unter 4:20″. Nun meldete sich aber der untere Rücken und meine linken Hüfte, so dass ich auf Kilometer 3, 4 alle paar Meter stoppen musste und versuchte meine Muskulatur rund um die linke Hüfte aufzudehnen. Ich dachte „Auwei, dass wird ein langer Fussmarsch..ABER DNF is NOT an option!!“ Allerdings hatte ich gehofft wenigstenes bis km 15 gut durchzukommen. Ich sah immer mehr Athleten an mir vorbei laufen, aber ich ärgerte mich nicht, sondern ich dachte mir „Hey, es ist ein kleines Wunder, dass ich überhaupt hier und auf der Laufstrecke bin! Geniesse DEINEN Wettkampf, es ist DEIN Rennen, es geht um keinen Platz oder Zeit, es geht nur um den Sieg über Dich selbst und das erreichen des Ziels!“ Ich freute mich, versuchte so oft wie möglich zu lächeln und lief, langsam, aber ich lief!


Es lief sich teilweise etwas ein und die Schmerzen hielten sich von Kilometer 6/7 bis knapp 28 in Grenzen, dann wurden sie doch deutlich mehr und das Tempo daher weniger. Es folgten 10 nicht wirklich schöne Kilometer. Am letzten Wendepunkt begann dann allerdings das Adrenalin die Oberhand zu gewinnen und ich konnte wieder etwas schneller laufen. Die letzten 3 Kilometer waren dann einfach nur genial, ich lief schmerzfrei und genoß die Stimmung, der Zieleinlauf verursachte Gänsehaut und es war wirklich ein sehr emotionaler Moment, den ich zunächst alleine mit mir genossen habe.


Meinen Zieleinlauf als Video findet Ihr HIER

Es war definitiv das härteste Rennen, dass ich je bestritten habe und ich bin sehr stolz unter den widrigen Umständen meiner sogenannten Vorbereitung gefinisht zu haben!

Sicher habe ich den Ironman am Sonntag alleine bewältigt, aber dasss ich überhaupt am Start war, das verdanke ich einigen Menschen die an mich geglaubt haben und mich immer unterstützt haben: Danke Mom&Dad, Danke Alex und Danke Dirk!!!!! (nicht unerwähnt sollen hier auch Enrico von www.massage-richter.de ,die Therapeuten vom RehaFlex Halle und CA Krüger sein! -Danke!)

Natürlich gilt mein Dank auch allen Zuschauern an der Strecke, die allen Athleten trotz des wahrlich nicht sommerlichen Wetters eine unvergessliche Atmosphäre bereitet haben!

Mindestens genauso stolz wie auf mein Finish bin ich allerdings, auf eine ganz besondere Frau, mit der ich zahlreiche Trainigskilometer absolvieren durfte; denn diese hat innerhalb von nur 4 Wochen drei Ironman gefinisht; Regensburg (mit PB!), Frankfurt und schließlich Zürich, wo Sie sich den Sieg in Ihrer AK und den Hawaii-Slot erkämpft hat!! Alex, ich verneige mich vor Dir!!

weitere Bilder in der Galerie „2012 – IM Zürich“!

Allgemein | Rennberichte | 17. Juli 2012