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ITT Ferropolis 2010

Nach dem mentalen Auf und Ab in dieser Woche hatte ich mich dazu durchgerungen den Infekt auszublenden und heute beim ITT Ferropolis an den Start zu gehen. Als Taktik galt -angehen, als sei die Vorbereitung normal gelaufen und dann gucken was am Ende geht -oder eben nicht…

Raceday: bei bestem Wetter, nach den kalten Tagen fast zuu warm; am Nachmittag fiel die 27°-Marke! Das Wasser war aber noch immer sportlich frisch- Neopflicht. Um 11:00 startete das überschaubare Profifeld mit 8 Athleten inkl. einer Frau, dann 5 Minuten später durfte die erste Männerwelle inkl. mir hinterher. Schwimmen lief recht gut, wobei ich zwischendrin nicht wusste wo ich liege, dann überholte ich ein dreier Grüppchen recht weit außerhalb der Ideallinie, aber ich kann Gedränge im Wasser einfach nicht ab.. danach hatte ich plötzlich ein Kanu vor der Nase -da war mir klar meine Schwimmstärke ist besser als eh und jeh -Platz 1 nach dem Schwimmen.

Auf dem Rad lief es zunächst ganz gut, wobei ich dachte „gleich kommen die starken Radfahrer vorbei“ -nach der ersten halben Runde war ich angefixt -wenigstens noch als erster von der ersten Radrunde! der Puls war aber als Konsequenz 10-15 Schläge über dem Plan, egal! Am Wendepunkt sah ich eine noch immer recht große Lücke..“Hm, vielleicht geht auch noch Platz 1 nach der zweiten Radrunde?!“ es ging! in Runde zwei überholte ich die einzige Profi-Frau im Feld. Patrick rief mir bei der Wende vor der dritten und letzten Runde den Abstand auf den letzten Profimann zu: knappe 3 Minuten! ..so langsam machte ich mir Sorgen -ich überpacete konsequent, dabei wartete noch der Halbmarathon. Nach ca. der halben Runde überholte ich den vor mir liegenden Pro -was für eine Motivation! 10 Kilometer vor Schluss habe ich Tempo rausgenommen und die Trittfrequenz hochgenommen -Schadensbegrenzung, wenigstens noch Laktat rauskurbeln vorm Laufen, auch wenn ich dachte gleich von der sich hinter mir formierenden Gruppe überrollt zu werden… -aber es kam NIEMAND?! ich wechselte auf Position eins zum Laufen, allerdings mit einer kleinen Zwangspause beim Wechsel -ich hatte den Helm aufgemacht, bevor das Rad im Ständer hing…ein penibler Kampfrichter stand laut pfeifend vor mir und zwar so lange, bis der Helm wieder auf und geschlossen war (nicht nur die ganze Zeit stehend, sondern auch pfeifend!!) , dann wieder runter und Laufschuhe an -eine gefühlte Ewigkeit.

Ich hatte zwar in den letzten Monaten stark an meiner Laufschwäche gearbeitet und konnte meine Selbstwahrnehmung diesbezüglich auch ändern -früher war ich ein Triathlet mit Laufschwäche, aber mittlerweile sehe ich mich als ausgewogenen Triathleten mit Schwimmstärke; aber heute waren nach dem Wechsel die Gedanken wieder anders..-„gleich kommen die starken Läufer und Du wirst kassiert, wenigstens TOP 15 halten!“ Der Anfang des Laufens machte Angst, sofort krampften die Vastus mediales (medialer Anteil des Oberschenkelstreckers) -ich sah mich schon stehend am Streckenrand! aber ich dachte mir: „Du wirst nicht aufgeben, all die harten Trainingskilomter im Winter werden sich auszahlen -egal wie, ich laufe durch!“ Die Beine liefen sich ein, allerdings anfangs etwas langsamer als von mir gewünscht. Es war dann vor allem ein Kampf gegen die Hitze, auch einigen Pro´s mußten sich hier geschlagen geben (leider auch der hinter mir liegende). Bei jeder Verpflegungsstelle hieß es nun kurz anhalten und immer drei Becher Wasser, zwei über Kopf und Körper und einen trinken. Es waren vier Laufrunden mit direktem Gegenverkehr -gut zur Orientierung: ich konnte die Abstände soweit konstant halten, so dass es nach 4:23 hieß 5. Gesamtplatz, 1. Platz der Nicht-Profi´s(Altersklasseathleten), 1. meiner AK und Sachsen-Anhalt Meister! Ein wahnsinns Erfolg!!!!!! (Splits: 2000m Schwimmen 26min, 90km Rad 2:20Std, 21km Lauf 1:30Std)

Danke an Patrick und WESP für die offensichtlich super aufegehenden Trainingspläne und die top Betreuung, danke an Sponser für eine Wettkampfernährung ohne jegliche Bekömmlichkeitsprobleme und immer genug Kohlenhydrate und Danke an das Sensomotorikzentrum für einen erneut fußproblemfreien Lauf!

Rennberichte | 26. Juli 2010