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Ironman Cozumel 2012

Eines vorab, mein, von den äusseren Bedingungen her, definitiv härtestes Rennen bisher -der IM Cozumel muss sich wohl nicht hinter Hawaii verstecken..-man beachtet die endlose lange Liste der DNF´s!

Vielen, vielen Dank an alle, die an mich gedacht & die Daumen gedrückt haben und oder live am Rechner saßen!!! es ist toll solche Freunde zu haben!!!!!!!
Ein weiterer riesengroßer Dank geht an alle Sponsoren und Partner, die mir vieles vereinfachen und ohne deren Unterstützung ein solches Projekt nur schwerlich möglich wäre!
Für alle Leser dieser Seite, es lohnt immer ein „click“ auf die Logos meiner Sponsoren & Partner, denn hinter allen Dienstleistungen und Produkten stehe ich 100%-tig und kann sie uneingschränkt weiter empfehlen!!!

Nun zum Renntag; dank absolut üppigen Schlafes in den letzten Tagen, war es nicht schlimm, dass die letzte Nacht mit eher wenig Schlaf verlief.. Pünktlich um 4:30 klingelte der Wecker und nach einem sehr sparsamen Frühstück ging es um 5:30 mit dem Shuttle zur Wechselzone. Dort angekommen war es schon arg voll, denn, dem Kapitalismus sei Dank, hatte die WTC satte 3000 Mal Startgeld kassiert, äh Starter zugelassen…
So richtig entspannt war ich dann also nicht mehr..


Zum Schwimmstart ging es wie 2011 mit langem Anstehen in Dreierreihe über den schier endlosen Steg des Delphinariums, an dessen Ende dann ein kühner Sprung ins lauwarme nass.. Schon gleich war merklich, dass die Strömung brutal war.., man konnte kaum mit vollen Brustzügen an der Startlinie bleiben. Folglich waren die ersten 800 Meter gegen die Strömung kein wirklicher Spass, die lange Gegengrade wuppte dann ganz gut. Ich entschied mich allerdings, nicht wie sonst alleine zu schwimmen, sondern blieb in einer recht flotten Gruppe um Kraft zu sparen -der Tag würde ja noch lang genugwerden-. Nach der letzten Wende ging es dann nochmal einige hundert Meter gegen die Strömung -und, meine Fresse, trotz richtig Druck ging es kaum nach vorne..-so dass ich dann froh war endlich den Ausstieg zu erreichen! Die Uhr zeigte eine 58´er Schwimmzeit -ich hatte mir mehr erwartet -allerdings war ich, trotz der Bedingungen, sicher auch dank der Gruppentaktik etwas weniger ausbelastet als sonst! (im Vorjahr bin ich ohne Gruppe noch eine 51´er Zeit geschwommen! -die Strömung war also doch recht massiv..)
Es folgte der recht lange Wege durch T1, meinen Wechselbeutel und mein Rad habe ich auf Anhieb gefunden, nur der Wechsel an sich hätte flotter seien können, aber die Kompressions- & Cooling-Ärmlinge wollten einfach nicht über die Arme.
Mit dem Rad ging es dann nochmal knappe 400 Meter duch die Wechselzone um dann endlich auf die Radstrecke einzubiegen.
Ich fuhr mit verhaltenem Druck los. Nach knappen 10 Kilometern erreicht die Küstenstrasse dann direkt die ungeschützte Ozeanfront, aber der Wind war zum Glück noch recht verhalten. Mit erschrecken stellte ich fest, dass mein Herzfrequenz-Sender nicht funktionierte..-„OK, who cares, danke Garmin, dann eben nach Gefühl..“ (Dank jahrelangem Training mit HF-, TF- und Watt-Messung sollte dies aber unproblematisch und abschätzbar sein..).
Ich fand schnell meinen Rhythmus und überholte in der ersten Runde komntinuierlich -so auch u.a. Sonja Tajsich gegen Ende der ersten Runde.. 1:30 für die ersten 60 km -es rollte gut ;-)
Ich war TOP motiviert und hatte Sprüche wie „Hit´em hard“, „Go big!“ und „go for the slot“ im Kopf!
In Runde zwei frischte der Wind dann bereits deutlich auf und auf der 25km Geraden entlang der Wasserkante fiel das Tempo um 5-6 Km/h.
Seit Mitte der erste Runde folgte mir ein Agegrouper, den ich zuvor überholt hatte, in ca. 5-7 Metern Abstand und auch meine, meinen Unmut anzeigenden Gesten schienen Ihn nicht zu stören

-Ey, Ihr Athleten da draußen Ihr seid selbst verantwortlich für fairen Sport!! so do it damned!!!

Erst ein Wettkampfricher, der auf dem Mofa vorbeikam bremste Ihn dann etwas aus, allerdings musste ich auch diesen erst auf das unsportliche Verhalten hinweisen..
Am Ende von Runde zwei passierte ich Mareen Hufe und Heidi Sessner (vormals Jesberger) -die Damen waren immerhin 17 Minuten vor den Agegroupern gestartet! (ach ja und so einige männliche Pro´s mussten auch immer wieder daran glauben..)
In Runde drei nahm der Wind nochmals zu und ich hatte zwischen Kilometer 130 und 150 leichte Magenprobleme und konnte nichts zu mir nehmen -beides nahm etwas Tempo.. Daher wurde ich hier auch von einem Agegrouper überholt.., man bemerke, dies war der einzige der mich im ganzen Radpart überholt hat!! ;-)))
Ab Kilometer 150 ging es wieder besser und ich konnte nochmal Kalorien und Flüssigkeit für den Lauf bunkern, ab Kilometer 170 nahm ich etwas Druck raus und erhöhte die Trittfrequenz, um die Beine zu lockern. Am Ende stand eine 4:53 -für die Bedingungen absolut zufriedenstellend!
Das Rad wird einem auf Cozumel in T2 abgenommen und man kann direkt mit seinem Wechselbeutel ins Umkleidezelt, der Wechsel verlief ganz OK -aber auch mit Potential..
Also raus auf die Laufstrecke in die pralle Sonne..-im Nachhinein erfuhr ich, dass ich als erster Agegrouper auf die Laufstrecke ging!! -Wow!
Die Hitze stand in der Stadt, trotzdem , die Beine fühlten sich gut und LOCKER an, ich ließ es einfach laufen.. Km 1 4:10, Km 2 4:12; ich nahm mich bewußt zurück Km 3 4:30, Km 4 4:30.. die Hitze auf der Strasse blieb vermutlich gleich, aber ich fing an zu kochen.. „F..k!! mach jetzt bloß nicht den Marino!!“ also Tempo raus, jede Verfplegungstelle 3x Wasser 1 1/2 trinken, 1 1/2 über Kopf und Körper; dazu hatte ich einen Handschuhwaschlappen dabei um ihn mit Eis zu füllen..-also mit Eis voll und in den Nacken, Eiswürfel in den Einteiler… Die Pace fiel gefühlt ins bodenlose.. Auf den ersten 7 Kilometern überholten mich bereits zwei Athleten meiner AK.. -Ich dachte darüber nach wie ich den Marathon bloss überstehen würde und fühlt mich an Christian und Horst erinnert (Ritter und Reichel), die beide im letzten Jahr auf der Laufstrecke hitzebedingt „geplatzt“ waren..
Ab Kilometer 10-11 ging es so langsam wieder, irgendwo zwischen 4:45 und 5:00 -naja, nicht berühmt aber es würde mich ins Ziel bringen. Viel Eis, Wasser und wenige Kilometer später sah ich sämtliche Slot-Illusionen davon flimmern und wollt nur noch finishen -denn DNF is NEVER an option!!!
Für alle die jetzt sagen, klarer Fall von over-pacing auf dem Rad, naja, so einfach ist es nicht, denn muskulär wäre durchaus mehr gegangen, aber mein Limit war heute klar die Thermoregulation..
Die dritte und letzte Runde war etwas besser -nicht wirklich schneller aber angenehmer, denn 1. versetzt der Kopf ja Berge, wenn er weiß, man wird es schaffen.. und 2. stand die Sonne tiefer, so dass zumindest zeitweise Schatten hinter den Häuserfronten bestand!

Raus zum Wechselpunkt sah ich dann leider Yvonne van Vlerken gehen, sie stieg aufgrund von Magenproblemen aus..-was mich meine Wette verlieren ließ..-ich wähnte sie unter den Top 3; daher muss ich nun Alex das Rad putzen und verpacken und werde nicht von ihr mit schön dekorierten Nachtischtellern verwöhnt ;-(

Das der Kopf wirklich Berge versetzen kann beweisen die letzten beiden Kilometer..4:40, 4:35..

(Laufkilometer 42 -Danke HHT für das Bild!)


Ein Marathon von 3:42 ist nicht das, was ich mir erwartet hatte, daher steht im Ziel bei mir nur eine 9:40:17.
Aber was soll´s -once again „I am an Ironman!“

Unmittelbar nach dem Zieleinlauf überwog bei mir die Enttäuschung über den in meinen Augen desaströsen Marathon und eine vermutlich fernab meiner Erwartungen liegende Platzierung, aber im Nachhinein, nach anschauen der Ergebnislisten wich die Enttäuschung doch zunehmend dem Stolz, über das geleistete:
Agegroup Rank: 7 (–>ca. 400 Starter, 265 im Ziel!)
Overall Rank: 52 (–> 3000 Starter und ca 1000 Dnf´s!! u.a. Y. v. Vlerken, Horst Reichel, Michi Göhner)
Swim: 58:09
Bike: 4:53:03
Run: 3:42:04
Overall: 9:40:17

Zur Einschätzung; ich bin zweitschnellster Deutscher geworden,
nur Profi Stefan Schmid war schneller!
Hier nochmal Glückwunsch an den sympathischen Jungprofi, der Gesamtplatz 9 erreichte!!

Ich bin als erster Agegrouper auf die Marathonsrecke und am Ende waren nur 21 Agegrouper schneller als ich.
Mein Radsplit ist insgesamt der 3. schnellste aller Agegrouper -in meiner Ak ist es der schnellste!!!
nach dem Radpart lag ich auf Gesamtplatz 33.
-das tröstet etwas über die nur 7. schnellste Laufzeit (der Agegrouper) hinweg ;-)

Achja und Dirk Bockel belegt mit einem 4:30 Marathon einen 83. Platz -Respekt fürs finishen! ist ja im Rahmen der Punktejagt nicht selbstverständlich für einen Pro.

So gesehen haben sich also meine vorherigen Ansagen erfüllt..-ganz vorne vom Rad und dann weiter schauen! Und auch das Motto stimmte, es war undenkbar weit weg von „making love“, denn auf der Laufstrecke hat sich eigentlich kein Schritt gut angefühlt.. ;-)

Nicht unerwähnt soll hier Alexandra Mitschke bleiben, die in Ihrem fünften (5!) Ironmanrennen in nicht ganz 6 Monaten eine 11:00:04 ablieferte und wiedermal gefährlich nah am Slot ist..
-we will see tomorrow!! (bei der Slotvergabe) get those $ ready.. ;-)

Bilder des Rennens werden im Rahmen der mexikanischen Gelassenheit irgendwann zwischen nächster Woche und Pfingsten folgen.. ;-)

Für mich heißt es nun erstmal für die nächsten Tage…


Diese Zeit werde ich nutzen und mir so meine Gedanken machen, wie es kommende Saison weitergehen wird!
-I will keep you informed..

Allgemein | Rennberichte | 26. November 2012


Ironman Zürich 2012

Der Geist dominiert den Körper, aber der gibt dann doch das Tempo vor ;-) das könnte der Titel des vergangenen Wochenendes sein. Aber mal von Anfang an.. in Begleitung meiner Mom und meines Physiotherapeuten ging es mit meinem Bus nach Zürich, etwas unsicher, ob meine Entscheidung nun doch zu starten richtig war, war ich mir allerdings schon. Dies Unsicherheit wurde natürlich beim Eintreffen am Wettkampfgelände nicht kleiner, zumal eine Triathlonmesse immer ein Schaulaufen von schnell und gesund aussehenden Athleten und sündhaft teurem High-end-Material ist..-nunja, zumindest materialtechnisch musste ich mich ja wie gewohnt nicht verstecken.. ;-)


Also rasch die Unterlagen geholt und nochmal im Zürichsee testgeschwommen und dann dem Trubel bewußt den Rücken gekehrt-unser Hotel war daher im Hinterland gewählt.
Meine eigentliche Vorbereitung erfolgte dann auf der eigens mitgebrachten Massageliege, wo Dirk noch zweimal täglich meinen periartikuläre Hüftmuskulatur behandelte.
Den Check-in am Samstag dehnte ich bewußt etwas aus und ich versuchte die Atmosphäre „aufzusaugen“ ich traf mich mit einigen anderen Athleten und wir genossen noch das Wetter, welches deutlich besser war als die Vorhersage!
Nach einer relativ kurzen Nacht ging es dann am Sonntag um kurz nach 5 wieder zum Start-Ziel-Bereich -im strömenden Regen, diemal also der Vorhersage entsprechend.. juhu!
Zum Schwimmstart suchte ich mir einen Platz relativ weit außen, um „in Ruhe“ mein Tempo ohne große Rangeleien schwimmen zu können. Nach dem Startsignal lief ich ins Wasser und schlug erstmal eine hohe Pace an und siehe da, ich hatte sofort meine Ruhe und Platz zum Schwimmen. Mit der Zeit suchte ich mir ein ruhiges Tempo und versuchte ruhig zu gleiten, denn auch das Schwimmen hatte ich ja die letzten 3 Wochen (mit Ausnahme von 2 Neotests) aufgegeben.. Ich lag im vorderen Drittel und war damit ganz zufrieden, allerdings hatte ich keinen Überblick über mein Tempo, denn ich hatte bewußt auf eine Uhr verzichtet. Schön ist in Zürich der Landgang zwischen den beiden Schwimmrunden, zum Einen für die eigene Orientierung, zum Anderen auch für die Zuschauer und so entdeckte ich auch meine Mom nach der ersten Runde, die mich wie immer mit vollem Einsatz unterstützte!!
Nach der zweiten Runde kam ich recht entspannt aus dem Wasser, fand mein Rad sofort und auch der Wechsel klappte flott, allerdings krampfte mein linker Oberschenkel bereits beim Anziehen der Radschuhe..
Aufgrund der Witterung entschied ich mich für eine Windweste und Armlinge..-und ich tat gut daran..
Ich fuhr erst einmal etwas ruhiger los und versuchte nicht zu sehr in mich hinein zu hören. Entlang der Seepromenade passierten mich einige flinke Radfahrer und ich versuchte mir immer wieder zu sagen, dass ich einfach nur finishen will, da ich ja nicht wußte wie der Lauf gehen würde.. nach knapp 30 Kilometern dachte ich mir dann allerdings „Hey, radfahren kann ich und wenn das Laufen nun doch schmerzfrei gehen sollte, spricht ja nichts gegen Tempo..“, also Kette rechts und los! Ich machte Boden gut und fühlte mich recht fit..-bis Kilometer 55 -da meldete sich erstmals meine Hüfte, also Tempo wieder etwas runter. Dann zeigte sich das Wetter auch noch typisch für den „Sommer 2012“, es fing an zu schütten und zwar so stark, dass das Wasser auf der Strasse stand. Die Abfahrt, wo ich vor zwei Jahren noch gute 90 fuhr, rollte ich nun vorsichtig mit 30-40 hinab. Anfang der zweiten Runde trocknete es etwas ab und es wurde sogar richtig warm, den ganzen schweißtreibenden Anstieg freute ich mich auf die nun trockene Abfahrt, aber die dunkele Gewitterwolke ließ nichts Gutes vermuten..-pünktlich zur Abfahrt fing es an zu stürmen, zu regnen und zu hageln! Diesmal ging die Abfahrt dann nur noch mit 20, begleitet von laut auf den Helm und schmerzhaft auf den Körper prasselnden Hagelkörnern. Trotzdem machte es irgendwie Spass!! ;-))


Die Wechselzone erreichte ich kurz vor den führenden Frauen (Erika Csomor u. Bella Bayliss). Der Wechsel ging gut und ich lief ohne groß nachzudenken einfach los. Die ersten knapp 2 km lief ich mit Erika Csomor und laut meiner GPS-Uhr mit einem Schnitt von etwas unter 4:20″. Nun meldete sich aber der untere Rücken und meine linken Hüfte, so dass ich auf Kilometer 3, 4 alle paar Meter stoppen musste und versuchte meine Muskulatur rund um die linke Hüfte aufzudehnen. Ich dachte „Auwei, dass wird ein langer Fussmarsch..ABER DNF is NOT an option!!“ Allerdings hatte ich gehofft wenigstenes bis km 15 gut durchzukommen. Ich sah immer mehr Athleten an mir vorbei laufen, aber ich ärgerte mich nicht, sondern ich dachte mir „Hey, es ist ein kleines Wunder, dass ich überhaupt hier und auf der Laufstrecke bin! Geniesse DEINEN Wettkampf, es ist DEIN Rennen, es geht um keinen Platz oder Zeit, es geht nur um den Sieg über Dich selbst und das erreichen des Ziels!“ Ich freute mich, versuchte so oft wie möglich zu lächeln und lief, langsam, aber ich lief!


Es lief sich teilweise etwas ein und die Schmerzen hielten sich von Kilometer 6/7 bis knapp 28 in Grenzen, dann wurden sie doch deutlich mehr und das Tempo daher weniger. Es folgten 10 nicht wirklich schöne Kilometer. Am letzten Wendepunkt begann dann allerdings das Adrenalin die Oberhand zu gewinnen und ich konnte wieder etwas schneller laufen. Die letzten 3 Kilometer waren dann einfach nur genial, ich lief schmerzfrei und genoß die Stimmung, der Zieleinlauf verursachte Gänsehaut und es war wirklich ein sehr emotionaler Moment, den ich zunächst alleine mit mir genossen habe.


Meinen Zieleinlauf als Video findet Ihr HIER

Es war definitiv das härteste Rennen, dass ich je bestritten habe und ich bin sehr stolz unter den widrigen Umständen meiner sogenannten Vorbereitung gefinisht zu haben!

Sicher habe ich den Ironman am Sonntag alleine bewältigt, aber dasss ich überhaupt am Start war, das verdanke ich einigen Menschen die an mich geglaubt haben und mich immer unterstützt haben: Danke Mom&Dad, Danke Alex und Danke Dirk!!!!! (nicht unerwähnt sollen hier auch Enrico von www.massage-richter.de ,die Therapeuten vom RehaFlex Halle und CA Krüger sein! -Danke!)

Natürlich gilt mein Dank auch allen Zuschauern an der Strecke, die allen Athleten trotz des wahrlich nicht sommerlichen Wetters eine unvergessliche Atmosphäre bereitet haben!

Mindestens genauso stolz wie auf mein Finish bin ich allerdings, auf eine ganz besondere Frau, mit der ich zahlreiche Trainigskilometer absolvieren durfte; denn diese hat innerhalb von nur 4 Wochen drei Ironman gefinisht; Regensburg (mit PB!), Frankfurt und schließlich Zürich, wo Sie sich den Sieg in Ihrer AK und den Hawaii-Slot erkämpft hat!! Alex, ich verneige mich vor Dir!!

weitere Bilder in der Galerie „2012 – IM Zürich“!

Allgemein | Rennberichte | 17. Juli 2012


IM Cozumel 2011

Ich hatte mich die letzten Tage trotz der durchwachsenen Vorbereitung noch recht gut auf das anstehende Rennen fokussieren können, auch wenn es ursprünglich mein Saisonhighlight mit der Hawaii-Quali sein sollte, so hatte mich eben aufgrund dieser mäßigen Vorbereitung wieder auf mein ursprüngliches Ziel –nach meiner schweren OSG-Verletzung 2011 noch eine Langdistanz zu finishen besonnen. So begann ich meinen Renntag zwar hochkonzentriert und –fokussiert heute morgen um 4:00 Uhr –aber relativ entspannt und guten Mutes. Ein leichtes Frühstück zu nachtschlafender Zeit (nach einem 3 Tägigen Carboloading sollte dies reichen) und im Shuttle zum Startareal. Mein Rad stand an Ort und Stelle und auch die Reifen hatten die gestrige Mittagshitze unbeschadet überstanden. Ich spulte die üblichen Vort-Start-Gewohnheiten gemeinsam mit Christian Ritter ab. Der Schwimmstart für uns Agegrouper erfolgte 20 Minuten nach dem Profistart, als Wasserstart vor dem Pier des Delphinariums, wobei ich mich in der ersten Reihe einordnete –die knapp 2400 anderen Athleten drücken ganz ordentlich von hinten, so dass es schwer fiel hinter der Startlinie zu bleiben –einige Athleten nahmen dies auch nicht so genau und hatten daher kanpp 50 Meter weniger zu schwimmen ;-(

Nach dem Start hatte ich sofort relativ viel Platz, da ich mich entschied recht hart anzuschwimmen –zunächst knapp 8-900 Meter gegen die ordentlich drückende Strömung, dann kurz quer und schließlich gut 2 Kilometer mit der Strömung, die Führungsgruppe war recht flott unterwegs, so dass ich mich an die Spitze der Verfolger setzte –auch wenn Wasserschatten sicher etwas Kraft spart, so schwimme ich, auf meine Schwimmleistung vertrauend, lieber vorne als in der Waschmaschiene diverser Beinschläge. Auch an der letzten Wendeboje konnte man erneut einige Athleten der Spitzengruppe sehen, die die Streckenführung leider nicht so genau nahmen.. ;-(

Ich schwamm das lange Stück mit und den letzten Kilometer gegen die Strömung recht flott und freute mich, das ich gut glitt –ich begriff, dass die Form da war und da man beim Schwimmen doch auch Zeit zum nachdenken hat,war ich nun heiß und wollte meinen Slot –ich sah mich bestätigt, nachdem ich aus dem Wasser kam und der Radbeutelständer und die Wechselzone noch fast vollständig gefüllt waren.. (wie ich später erfuhr war meine Schwimmzeit mit 51 Minuten auch völlig ok)

Ich fand meinen Beutel und auch mein Rad auf Anhieb, daß beim Wechsel die Einstiegshilfe meines High-end-Triahtlonradschuhs abriss irritierte mich überhaupt nicht.

Ich schob mein Rad den langen Weg durch die Wechselzone und stieg auf,

der erste Antritt fühlte sich sehr gut an, dennoch hielt ich meine Herzfrequenzvorgabe ein, um nicht zu überpacen. Ich hielt mich strikt an meine Trink- und Essintervalle und trotz des leichten Gegenwinds auf den ersten 30 Kilometern rollte es ganz gut –ich war voll im Soll ;-))

Ich „sammelte ca 6-7 Athleten ein“, bis dahin ein absolut sauberes Rennen! Bei Kilometer 35 fing mich eine Gruppe von 5 Atlethen in bester Mannschaftszeitfahrmanier ab –auch den belgischen Kreisel konnten sie wirklich gut!!! Sich fair gegen diese Gruppe wehrend und gemeinsam mit mir über selbige aufregend, erkannte ich Thomas J. Vonach, den Freund und Trainer von Yvonne van Vlerken. Wir tauschten uns kurz aus, ob wir resignieren und mitkreiseln sollten oder ob wir uns fair wehren wollen –eigentlich keine Überlegung, sondern eine klare Sache..

Ca. bei Kilometer 60 hatte ich die Gruppe deutlich hinter mir gelassen –denn die Entscheidung war „einfach vorne raus fahren“ ;-)) allerdings war dann auch Thomas weg!??!

Es lief also großartig, die Beine waren gut, das Tempo hoch und der Puls passte! Mein Bein hatte sich zwar kurz gemeldet, aber es war ein unterschwelliger, absolut tolerierbarer Schmerz und ich war heiß auf den Slot… mir fiel einmal mehr der gute Rocky Balboa ein: „It´s not about how hard you hit, it´s about how hard you can get hit and still move on!“ ..ich dachte mir also, „Hey, Körper, Dir muß da schon mehr einfallen um den Kopf zu überwinden..!“

Durch das „nach vorne fahren“, war die zweite Runde etwas flotter als die erste und der Kurs lag bei ca 4:45 Stunden:Minuten als Hochrechnung für die 180Km.

Bei Kilometer 97 bremste ich zur Verpflegungsstelle etwas ab, da meine „Vorräte“ nun zur Neige gingen, ich lud ordentlich nach und wollte anschließend im Wiegetritt hochbeschleunigen, als plötzlich irgendetwas laut knackte und unter mir wegbrach, ich prallte mit dem Oberkörper auf den Lenker und kam ins straucheln konnte mich aber glücklicherweise abfangen, so dass ich nicht stürzte. Ich hielt an und sah nun das ganze Malheur: meine rechte Pedalachse war komplett aus dem Pedalkörper herausgebrochen!!!

FU……….K!! ich war vollkommen sprach- und gefühllos in diesem Moment –mir fehlten die Worte….ein solch verkorkster Saisonbeginn, dann der harte Weg zurück und dann DNF?!!

Wohl oder übel rollte ich nun mit Rückenwind einbeinig zurück in Richtung Hotel, irgendwann hatte ein Mexikaner Mitleid und nahme mich hinten auf sein Moped –mit geschultertem Rad ging mein Rennen also zu Ende.. DANKE Adrian, für den weltbesten Soziusplatz –er erzählte mir, dass er Lifeguard ist und nächstes Jahr seinen ersten 70.3 und auch den Ironman Cozumel 2012 machen will –als kleines Dankeschön schenkte ich ihm meine Radflaschen..

Erst zurück im Hotel brach es dann aus mir heraus, ich war nun tief traurig und hab auch einige Tränen vergossen, aber nach zwei tröstenden Packungen Schokokeksen und zwei Bier war ich wieder soweit gefestigt, dass ich ein Shuttle in die Stadt nahm und mir den Rest des Rennens ansah! Leider lief es auch für Christian dann hintenraus nicht mehr wirklich, er ist in Führung liegend bei Laufkilometer 30 „geplatzt“! -feel sorry for him!

Ich wäre nun nicht ich, wenn ich meinen Plan nicht weiter verfolgen würde und der eine oder andere Umweg hat mich ja bekanntlich auch noch nie davon abgebracht.

Wie also nun weiter? –zunächst Saisonpause mit Bewegung nach Lust und Laune (ein Narr, wer denkt die Saisonpause eines Triathleten wäre triathlonfrei…-selbstverständlich ist das nicht der Fall! ;-)

;-)))))

Im Anschluss geht es für mich am 2. Weihnachtsfeiertag mit Ute Mückel und Ihrem Team nach Fuerteventura ins Las Playitas um meine Saison 2012 einzuleuten.. denn mit zwei bereits gemeldeten Hawaii-Qualifiern geht es für mich 2012 in jedem Fall nach Hawaii.. JAWOHL!

Und hey, mit Cozumel hab ich nun ja auch noch eine Rechnung offen…

Zunächst wird es in den nächsten Tagen auf dieser Seite sicher etwas ruhiger als zuletzt, aber ich werde Euch weiter auf dem Laufenden halten –also keep click´n!

Und nochmals eine riesengroßes MERCI für´s mitfiebern und den zahlreichen mentalen Support via www!!!!!!!!!!!

Rennberichte | 26. November 2011