Rennbericht Ironman Kärnten Klagenfurt

Wir hatten uns aufgrund der Nähe zum Start-/Zielbereich und aufgrund der Unabhängigkeit mit Kind und Kegel für den Campingplatz neben dem Strandbad am Wörthersee entschieden, eine gute Wahl, denn so hatte ich am Rennmorgen kurze Wege. Nach kleinem Frühstück ging es zu Fuß in die Wechselzone, denn ein zweites Mal wollte ich niemanden in Versuchung bringen sich an meiner Rennverpflegung zu vergehen. Rad bestückt und dann zurück zum Camper, Neo halb an und dann zum Start ins Strandbad. Leider gab es keine schnelle Welle, sondern einen Rolling Start für alle Agegrouper, ich ordnete mich trotz der wenigen Trainingskilometer im Wasser in der Box „sub1“ ein. Nach dem Startschuss war ich so knapp der 50. im Wasser und fand von Anfang an meinen Rhythmus. Lange lockere Züge, bis ca. km 2,8 war alles easy, dann merkte ich die fehlenden Traingskilometer ein wenig..-nicht im Tempo, aber es strengte doch etwas an hintenraus.. die letzten 900m schwimmt man nicht mehr im See, sondern im Lendkanal stadteinwärts -somit klare Empfehlung dieses Rennens an alle Orientierungslegasteniker im Freiwasser ;-)
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Der Schwimmausstieg ist dann nahe T1, wobei nah relativ ist und bedeutet, dass man >500m zurücklegen muss.
Der Blick auf die Uhr ließ mich grinsen unter 55min für rund 15km im Wasser vorher (nicht pro Woche wie früher, in dieser Saison!), Zugseil machts möglich & Wassertraining scheint (für mich) überbewertet.

Der Wechsel lief rund und ich fand, auch dank guter Beschilderung mein Rad auf Anhieb unter den mehr als 2500 TRI-Maschinen.
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Plan fürs Rad war easy bis km60 und dann quasi nach dem ersten „richtigen“ Berg, Vollgas!
Anfangs war es stellenweise et was eng und es gibt immer wieder Athleten, die sich mit Regeln und Sportsgeist schwertun, aber im Grossen und Ganzen war es immer fair UND Chapeau an die Wettkampfrichter, in der Region in der ich unterwegs war haben sie konsequent und dennoch mit Bedacht agiert! Einige Bilder der Spitze lassen hier ja anderes vermuten, aber vermutlich waren da ja grade alle Ref’s bei den Agegroupern?!
Der erste nennenswerte Anstieg zum Faaker See lief ebenso rund wie der Rupertiberg, der immerhin über 2,4km 7,4% bietet. Nach diesem kontrollierten kurbeln, dann also Feuer frei Richtung Klagenfurt. Ich peilte eine 5:00 bis 5:05 an, am Ende der ersten Runde zeigte die Uhr 2:30, ich war also ganz im Fahrplan. Daher passte mich mein Familiensupport auch ideal ab um mich anzufeuern!C6D267C4-F000-4006-A243-10106D00A680

Runde zwei lies sich dann entlang des Sees etwas lockerer an, denn wir waren nun 6/7 Athleten die fair mit >12m Abstand Richtung Velden rollten, um die Abstände regelkonform zu halten musste man aber immer wieder etwas rausnehmen, so das es etwas arrhythmisch war. So etwas nervt mich immer wahnsinnig, da bin ich eher der „vorneweg & zur Not mit dem Kopf durch die Wand“ Athlet, also links raus und Attacke. Ich riss ein Loch und fuhr alleine weiter.
Da mich im Voranstieg zum Faaker See die Gruppe wieder einholte und dann mich „abstellte“ ist es wohl im Nachgang als wenig clever einzuschätzen..-aber eben ehrlich. -always stay true to yourself! Punkt.-
Zusätzlich hatte ich gefühlt einen kleinen Hänger. Der hielt aber nicht lange, denn ab Sankt Egyden hatte ich die Gruppe dann wieder in Sichtweite. Rupertiberg zum Zweiten lief rund, ich kam fast ran an die Gruppe, aber eben nur fast, heißt ich fuhr 60km alleine, fair und ehrlich, so wie es mein Geschmack ist. Ich erreichte T2 nach 5 Std. 1 Minute, also voll im Plan.
Allerdings hatte sich schon in der zweiten Runde immermal mein linker Oberschenkel gemeldet und gedroht „zu zugehen“.
Das merkte ich auch beim Absteigen, der Blick in die noch nahezu leere Wechselzone löste also neben dem Gefühl „hey, cool, läuft!“ Auch ein „oh oh, da sind noch viele fixe Läufer draußen“ Gedanken aus..
Ich wechselte ohne falsche Hast und verpflegte mich nochmal, kurz ins Dixi und ruhig anlaufen, es sollte betont gemach sein, naja so gemach es eben geht im Wettkampfmodus mit Zuschauermengen rechts und links..
Ich merkte meine Oberschenkel aber es lief gut. Ab Kilometer 5/6 meckerte mein Magen immermal und erklärte mir wohl so, dass er mal wieder keinen Bock mehr auf Nahrungsaufnahme hat. Also nur noch vorsichtig nachgelegt.
Die ersten 10 liefen mit einer 46’er Zeit noch voll nach Plan, aber die zunehmende Temperatur, der rebellierende Magen und die am Rande der Arbeitsverweigerung agierenden vorderen Oberschenkel schafften es meinem Kopf klar zu machen „es wird länger als Du glaubst“ & „erinnerst Du Dich noch an Cozumel“.
Tja, ätsch, Mindsetting geknackt ;-(
Der Schnitt korrigierte sich also quasi wie von selbst nach unten und ich hatte Mühe mich und meinen Kopf wieder aus dem Loch zu ziehen.. aber nicht ganz ohne Grund habe ich vor einigen Tagen gesagt, ich bin gar nicht AK40, sondern AK20 -mit 20 Jahren Erfahrung.. & genau die hat mir ins Ziel verholfen, sonst wäre ich wahrscheinlich am Campingplatz einfach abgebogen..; so also „einfach“ immer weiter von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt, (äh hier natürlich Labestation). Wenn es denn also mit dem Kopf durch die Wand geht, geht es eben auch mit streikenden Beinen ins Ziel.. & so hieß es zwar nicht um 16:20, sondern erst um 16:39 erneut „you are an Ironman!“ aber „immerhin“.. -am Ende Platz 27/470AK & 126/2350 gesamt.

Ein großes Dankeschön an Ute Mückel fürs Coaching und ein noch viel größeres an meine Familie für den Support, den Verzicht und Eure Toleranz!!

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Ach ja, zum Thema „kurze Wege“, meine Sportuhr mit (neudeutsch) activitytracker zeigte am Sonntagabend übrigens 63 gelaufen (gegangene) Kilometer..!! Okay, der Weg zur Pizzeria ist da auch mitdrin, aber so waren es nicht „nur“ 226, sondern 247km ;-))

Weitere Bilder findet ihr in der Galerie „2018 – IM Klagenfurt“

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